291
eine Menge Dramen geschrieben worinn sie selberspielt. Ich kann nicht umhin hier einer Erschei-nung zu erwähnen, die den Franzosen fast un-glaublich vorkommen wird: eine große Anzahlunserer Schauspieler sind auch dramatische Dich-ter und schreiben sich selbst ihre Stücke. Mansagt Herr Ludwig Ticck habe, durch eine unvor-sichtige Acußcrung, dieses Unglück veranlaßt. Inseinen Critiken bemerkte er ncmlich: daß dieSchauspieler in einem schlechten Stücke immerbesser spielen können, als in einem guten Stücke.Fußend auf solchem Axiom griffen die Commo-diantcn schaarcnweis zur Feder, schrieben Trauer-spiele und Lustspiele die Hülle und Fülle, und cSwurde uns manchmal schwer zu entscheiden:dichtete der eitle Commodiant sein Stück absicht-lich schlecht, um gut darinn zu spielen? oderspielte er schlecht in so einem selbstvcrfertigtenStücke, um uns glauben zu machen das Stücksey gut? Der Schauspieler und der Dichter,
19 *