V.
Ich bin in diesem Augenblick in einer sender-baren Verlegenheit. Ich darf die Gedichtesamm-lung des Herrn Ludwig Uhland nicht unbcspro-chen lassen, und dennoch befinde ich mich in einerStimmung, die keinesweges solcher Besprechunggünstig ist. Schweigen könnte hier als Feigheitoder gar als Pcrfidie erscheinen, und ehrlich offneWorte könnten als Mangel an Nächstenliebe ge-deutet werden. In der That, die Sippen undMagen der Uhlandschen Muse und die Hinter-sassen seines Ruhmes werde ich mit der Begei-sterung, die mir heute zu Gebote steht, schwerlich