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Über das Papstthum : neu bearb.
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Kräfte der Evangelischen.

Kurland und Ostpreußen muß suchen, sich bei der evangelischenFreiheit nur zu erhalten. Siebenbürgen kann wenig zur Sachethun.

Die Papisten haben den großen Bortheil vor den Evangeli-schen voraus, daß jene alle den Papst als das Oberhaupt ihrerKirche erkennen, und wenigstens äußerlich und mit dem Munde inihrem Glauben einig sind. Die Protestanten hingegen haben keingeistlich sichtbares Oberhaupt, und befinden sich in dieser Hinsichtin einem getrennten Zustande unter einander ^). Denn um diekleinern Seelen, als Arminianer, Socinianer, Wiedertäufer und der-gleichen, nicht zu erwähnen, so ist ihr Gros in fast zwei gleicheParteien, Lutheraner und Reformirre, getheilt, unter denen vielefast nicht minder auf einander erbittert sind, als auf die Papisten.Auch hat die Religion unter ihnen keine allgemeine Berfassung,sondern jeder Staat trifft darin nach seinem eigenen Gutdünkenseine Einrichtung. So kann man auch nicht in Abrede sein, daßsich bei der päpstlichen Clcrisei ein außerordentlicher Eifer, Bemü-hung und Industrie befindet, ihre Religion fortzupflanzen, mehrals bei den Evangelischen, die bei ihren geistlichen Bestallungenmehr dahin sehen, sich davon zu nähren, die Verbreitung ihrerKirche dagegen wenig berücksichtigen. Jesuiten und Mönche hin-gegen machen sich wichtig mit ihren Missionen nach dem Orienteund nach Amerika; und obgleich bei diesen Dingen viel Aufschnei-derei mit unterläuft, so ist doch das Beginnen ihrer Kirche immervortheilhaft. Zudem hat unter den vorzüglichsten evangelischenStaaten meistens eine große Eifersucht stattgefunden, so daß sieschwerlich in Bereinigung zu bringen waren; so zwischen Schwe-den und Dänemark, England-und Holland, anderer nicht zu ge-denken.

Auf der andern Seite ist freilich auch nicht geringere Eifer-sucht zwischen Frankreich und Spanien, welche schwerlich zulassen

") Und dieser getrennte Zustand wird eben so wenig in Zukunft derSache schaden, als er bisher schadete; ungerechnet, daß sich auch darin inneuerer Zeit ein Bedeutendes geändert hat. Die Welt geht in dieser Hin-sicht nie zurück, und wie das viel mächtigere Heidcnthum dennoch der rci-ncrn Religion gewichen ist, so wird auch fernerhin der reinere Cultus überden Aberglauben den Sieg gewinnen.