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Über das Papstthum : neu bearb.
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gg Politisches Interesse beim Papstthumc,

Papst vielmehr etwas zumuthen, das mit den Freiheiten derselbenstritt, so war das Parlament zu Paris alsbald dahinter her. Auchdie Sorbonne verwarf verschiedene Lehrsätze, die die AnHanger desPapstes ausgedacht hatten. Ferner hatte man von jeher in Frank-reich auf die Nuncien des Papstes genau Acht, daß sie nicht zuweit gingen. Aus Rom zogen sie zwar mit ausgerichteten! Kreuze;wenn sie aber auf die Grenzen von Frankreich kamen, mußten siees alsbald wieder lassen, bis sie vom Könige die Erlaubniß erhiel-ten, ihre dcsfallsi'gen Functionen verwalten zu dürfen. Sie muß-ten aber dagegen einen Revers ausstellen, daß sie dieselben wederlanger, noch auf andere Art ausüben wollten, als es dem Königegefiele. Auch mußten sie französische Canzlisten haben, desgleichenbei ihrer Abreise ihr Protokoll und ihr Cachct zurücklassen und an-dere Formalitäten beobachten, ohne welche alle ihre Verrichtungenwürden null und nichtig gewesen sein. Weßhalb auch die Franzo-sen sagten, der Nuncius des Papstes habe seine Mission sowohlvom Könige, als vom Papste, und sie sei preearia et iiutumrexis revoeabilis. Dcßhalb mußte auch der Nuncius, wo derKönig war, alsbald sein Kreuz niederlegen, zum Zeichen, daß seineJurisdiction durch die Gegenwart des Königs erlösche. Zur ZeitRichelieu's hatte man sogar den Plan, ein Patriarchat in Frank-aus dann die bekannten Freiheiten der gallicanischcn Kirche hervorgingen,deren hauptsachliche Punkte die sind, das der Papst in Frankreich nichtszu gebieten hat, und weder Laie, noch Clcriker ihm gehorchen müssen;und daß, obschon der Papst in geistlichen Sachen als snzerain anerkanntwird, er doch auch darin keine absolute und unbeschränkte Macht in Frank-reich üben darf, sondern daß dieselbe beschränkt wird durch die Canonsund Gesetze der alten Concilien, die in Frankreich als Regel angenommenworden sind. Diese Canons der gallicanischen Kirche waren stets den Päp-sten ein Dorn im Auge, und vorzüglich Leo X. suchte sie mit aller Machtzu unterdrücken. Doch ist dies nie ganz möglich gewesen. Wie wenigder Papst unter Napoleon gegolten, ist bekannt. Allein seit 1814 ist eineultramontane Partei unablässig bemüht gewesen, jene Freiheiten der gal-licanischen Kirche als Irrlehren darzustellen, und die katholische KircheFrankreichs ganz unter des Papstes Obergewalt zurückzuführen. Woge-gen das Land auch durch die ausdrücklichen Verwahrungen der Bischöfevon 1326, sowie durch die Charte wohl immer hinlänglich geschützt seindürfte, wenn nicht den Jesuiten, die sich immer kräftiger einzudrängenstreben, wirksamerer Widerstand geleistet werden sollte.