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Politisches Interesse beim Papstthume.
beim Papstthume. In Portugal ist die Clerisei gleichfalls sehrmachtig; und wollte das Wölk sich dort vom Papste lossagen, sowürde in diesem Falle Spanien einen großen Anhang bekommen,so vaß Portugal sehr bald von ihm gezwungen werden würde.In Deutschland sind von den ehemaligen Reichsständen folgendebeim Papstthume geblieben, und zwar zuerst: Cöln, wo es vonPfaffen wimmelt, und einige geringere. Unter den Grafen undder freien Ritterschaft diejenigen, die sich den Weg zu geistlichenWürden und Benesizicn nicht versperren wollten. Unter den welt-lichen Fürsten hat Baiern festgehalten, da dieses Haus stets Lustzum Kaiserthume gehabt hat, wozu es sich leicht die Aussicht ver-schließen konnte, wenn es die papistische Religion aufgab. Auswelchen Veranlassungen sich einige protestantische Fürsten wiederunter das Papstthum begeben haben, ist bekannt Daß dieBischöfe und Prälaten beim Papstthume beharren, ist wohl keinWunder, weil es viel vortheilhafter ist, ein reicher Fürst, als einarmer Prediger zu sein. Auch hat sie das Beispiel zweier Chur-fürsten von Cöln geschreckt "), pss mr t6ten Jahrhunderte eineReligionsveranderung mit unglücklichem Ausgange unternahmen.Nachdem man zu Karls V. Zeit wegen des Verhältnisses mitSpanien die Gelegenheit, das deutsche Reich zu rcformiren ver-
«2) Es ist nämlich bekannt, daß die Politik dabei eine Hauvtrollespielte. Weniger bekannt aber ist, obgleich wahr, daß auch die meistenRegenten, die sich zuerst zum christlichen Glauben bekannten, dies mehraus irdischen Rücksichten, z. B. um eine Prinzessin oder ein Königreich zubesitzen, oder eine Schlacht zu gewinnen, als aus reiner Liebe zur Wahr-heit, gethan haben. So bewog auch den ersten christlichen Kaiser haupt-sächlich die Angst vor der Schlacht an der Milvischen Brücke gegen Ma-xentius, das Kreuz und die Inschrift kl- roürw vtx« an das Labarum zuheften.
S2) Der eine war Churfürst Hermann von Cöln, der im Jahre 154Zdie auf dem Reichstage zu Regensburg beschlossene Kirchenverbesserung inseinem Churstifte in Ausführung bringen wollte. Das Domcapitel setztesich dagegen; der Papst that ihn in Bann, und im Jahre 1547 wurde erseines Amts entsetzt. Der andere, Churfürst Gebhard Truchses, der, umseine Geliebte, Agnes Gr. zu Mannsfeld, zu ehelichen, das Stift reformi-ren wollte, wurde ebenfalls um 1580 in den Bann gethan, von Land undLeuten vertrieben, und mußte seine Jahre kümmerlich zubringen.