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Über das Papstthum : neu bearb.
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Die Glaubenslehre» des Papstthums.

vermöge der päpstlichen Dispensation von seines Vaters Schwester-tochter geboren wa e, welche Ehe wohl nicht leicht von andernChristen würde gut geheißen worden sein. Um den Priestern destoöftere Gelegenheit zu solchen Dispensationen zu verschaffen, dieihnen so gute Brocken abwarfen, wurde eine große Menge verbo-tener Grade eingeführt, ja sogar auch eine geistliche Nerwandschaftangenommen. — Bei der letzten Oclung hatten die Priester dieschönste Gelegenheit, eine freundliche Erinnerung eines Legates zufrommen Stiftungen zu machen, die denn meistens zum eigenenNutzen ihres Ordens gediehen. — So hat man auch das Fege-feuer zu keinem andern Ende erdichtet, als damit die Sterbenden,die ohnehin ihr Vermögen, das sie Andern hinterlassen müssen,nicht mehr viel achten, der Clerisei etwas zu lösen geben sollten,um durch ihre Scelmessen und Fürbitten desto eher aus dem dur-stigen Orte erlöst zu werden. Auch die Verehrung der Reliquienist der Clerisei sehr ersprießlich gewesen; die unter Anderm auchdazu dienten, daß man vornehme Personen, die dem Papste großeDienste und Wohlthaten erzeigt hatten, mit einem alten Knochenablohnen konnte. Durch die Anrufung der Heiligen erlangte manden Vorwand, desto mehr Kirchen zu bauen, Feiertage einzuführen,Priester anzustellen und zu ernähren. Dadurch aber, daß die Hei-ligen durch des Papstes Ausspruch zu dieser Würde gelangten,wurde das Ansehn des Papstes nicht wenig erhöht, da er dadurchgleichsam die Macht erhielt, auch im Himmel Chargen auszuthei-len, gleich als ob Gott selbst diejenigen zu seinen Referendaricnannehmen müßte, die ihm vom Papste präsentirr würden. Auchkonnte er dadurch Leute aus allen Staaten zu seinem Willen ge-neigt machen, indem er, wenn sie eifrig für sein Interesse wirkten,ihrem Ehrgeize und ihrer Leichtgläubigkeit so große Belohnungenvorspiegelte. Sehr klüglich wählte man, nachdem dieser Aberglaubeüberhand genommen hatte, unter diese Heiligen meistens nur Leuteaus der Clerisei, die sich durch Erfindung neuer Bocksbeuteleiender Scheinheiligkeit und Heuchelei einen Namen gemacht hatten.Gönnte man ja einem und dem andern weltlichen Manne die glei-che Ehre, so hat entweder er, oder die sich für ihn darum bewor-ben, dies dem Papste wohl abverdienen müssen. Ich will nichtweiter erwähnen, wie man durch Erdichtung von vielerlei Wunder-