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Über das Papstthum : neu bearb.
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Die Glaubenslehren des Papstthums.

Kram passen; sondern sie erfahren auch dadurch alle Heimlichkei-ten, Anschläge, Borhaben und Gesinnungen der Menschen, wonachsie sich in vorkommendem Falle richten können; obschon sie übri-gens nichts aus der Beichte schwatzen dürfen, weil sie sonst ein sosehr der menschlichen Natur zuwider laufendes und unangenehmesWerk nicht würden fortsetzen können. Sodann verlangen sie vonden Beichtenden gute Werke zur Büßung der Sünden, nach derBestimmung der Priester, für die dies eine gute Ernte ist. Dennobschon die auferlegte Pönitenz oft nur sich auf bestimmte Gebete,Wallfahrten, Fasten und andere Büßungen erstreckt, so wird dochauch oft, vorzüglich den Reichen, auferlegt, eine Summe Geldesan die Klöster, Kirchen oder Armen zu zahlen, worunter auch dieBettelmönche gehören, welche guten Leute sich deßhalb die Mai-mos kratrum nennen, nach Matth. XXV., damit ihr Sack destobesser gespickt werden möge; so daß dadurch der Christenheit über160,000 starke Gesellen zu verpflegen auferlegt wurden. Auchkann man die erstere Art von Pönitenz, wenn sie etwa zu be-schwerlich fallen sollte, mit Geld abkaufen. Und welcher Vermö-gende sollte wohl nicht geneigt sein, sich freigebig gegen den HerrnPater zu bezeigen, damit er ihm die Buße gnadig mache, oderweil er bereits discret darin gegen ihn gewesen ist?

Warum man die guten Werke unter die Mittel, zur Seligkeitzu gelangen, gesetzt, und ihnen die Kraft, Gott etwas abzuverdie-nen, beigelegt habe, ist unschwer zu errathen. Als es nämlichspater darauf ankam, diese guten Werke genauer zu bestimmen,setzte man sogleich an die erste Stelle derselben die Pflicht, an dieClerisei, Kirchen und Klöster so viel als möglich zu spendiren undalles dasjenige zu thun, was vom Papste und seinem Anhangeaus Aberglauben und Scheinheiligkeit eingeführt wurde. Dazukam noch, daß man lehrte, die Mönche thäten durch ihre Heilig-keit nicht allein für sich selbst genug, sondern sie hätten auch nocheine große Menge Verdienst bei Gott übrig, die man den armenLaien überlassen könne. Und aus diesem Ueberflusse hat man dennein unerschöpfliches Magazin einer sehr vortheilhaften Art vonWaare errichtet, die nichts kostet einzukaufen oder zu verwahren,die durch die lange Zeit nicht verschimmelt, noch abnimmt, und