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Über das Papstthum : neu bearb.
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Die Glaubenslehre» des PapstthumS.

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Den Laien hat man verboten, die heilige Schrift zu lesen,und es den Geistlichen allein gestattet, was nicht allein den Prie-stern eine gewisse Hoheit giebt, als wenn sie allein würdig waren,die göttlichen Orakel gleichsam in der Nahe zu betrachten, sondernauch verhüten soll, daß die Laien nicht etwa darin etwas findenmögen, was dem Interesse der Clerisei zuwider liefe, oder nichtgar zu klug werden, und nicht mehr Alles von den Priestern ausblinden Glauben annehmen wollen. Man will dadurch verhindern,daß die Laien sich nicht viel um theologische Dinge bekümmernoder ihnen nachgrübeln mögen, sondern daß sie die Priester alleindafür sorgen lassen. Deßhalb eignet sich auch der Papst alleindie Macht zu, die Schrift auszulegen, damit aus derselben janichts könne an das Licht gebracht werden, was seinem Staatenachtheilig sein könnte. Aus derselben Ursache legt man ihm auchdie höchste Entscheidung aller Streitigkeiten bei.

Auch lehrt man, die heilige Schrift sei nicht vollständig undmüsse durch Tradition ergänzt werden; wodurch so viel erlangtwird, daß, wenn sich etwa ein Lehrsatz fände, der dem geistlichenStaate zuträglich sein könnte, von dem jedoch in der heiligenSchrift keine Spur zu finden wäre, man alle andern Beweise er-sparen, und sich lediglich auf die Ueberlieferung berufen dürfe.

In der Lehre von der Sünde ist der Unterschied zwischen denverzeihlichen und Todsünden, so wie das, was man von den cam-bus reservgtis festsetzt, lediglich auf den Nutzen der Priester abge-sehen. So ist auch die unendliche Masse der Beichtbüchcr, womitman ganze Ostindienfahrer beladen könnte, nicht zu dem Ende ge-schrieben, um den Sünden zu steuern, sondern um durch ihre Taxendie Herrschaft des Clerus zu befestigen und seinen Geiz zu befrie-digen. Die so tröstliche Lehre von der Vergebung der Sündenhat man ganz nach dem Interesse der Clerisei eingerichtet. Dennda es derselben keinen Gewinn brachte, wenn nur derjenige, der seineSünde bereute, ihre Vergebung allein durch das Vertrauen aufdas Verdienst Christi erlangen konnte, so lehrte man, es gehörezur rechten Buße und Sündenvergebung, daß man alle und jedeSünde dem Priester haarklein hererzähle. Und hierdurch erhaltensie nicht nur die Leute in fester Ehrfurcht gegen sich, und vermö-gen ihnen solche Nachschlage an die Hand zu geben, die in ihren