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Über das Papstthum : neu bearb.
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Die Glaubenslehren des Papstthums.

welche besondere Gelübde haben, wie Mönche und Jesuiten, dieman gleichsam als die Garde des Papstes betrachten muß. DieWcrbegelder, die diesen Truppen auf die Hand gegeben werden,sind: Hohe Ehren und Würden, fettes Einkommen, ruhige Tage,maßige Arbeit, gewisses Brod; und bei denen, die noch an beson-dere Gelübde gebunden sind, die Einbildung einer besondern Hei-ligkeit, des Verdienstes und Vorzugs vor Andern.

tz. 33. Die Glaubenslehren des Papstthums.

" Die Mittel, durch welche der Papst die Laien im Gehorsamehalt, sind darauf berechnet, daß sie gewöhnt werden, ihn und seineMiliz als die Beförderer ihrer Seligkeit, und als Herren überihre Gewissen zu betrachten; welches der kräftigste Zaum ist, umEinen nach seinem Belieben leiten zu können. Damit nundieser Zweck desto besser erreicht werden könne, so hat man imFortgange der Zeit verschiedene Artikel der christlichen Lehre hier-nach modisicirt und eingerichtet, auch einige dienlich scheinende Zu-sätze hinzugefügt. Und wer darauf mit einiger besondern Aufmerk-samkeit achten will, der wird leicht erkennen, daß bei allen Punk-ten, worin die Papisten von den rechtgläubigen Christen abwei-chen, durchgängig ein Interesse, das Ansehn, die Macht unddie Einkünfte der Clerisei zu bezwecken, im Spiele sei. Unterdiese Punkte ist zuerst und vor Allem zu setzen die Lehre vonder Hoheit und Gewalt des Papstes, der über den Concilienstehe und infallibcl sei; welche Lehre vorzüglich die Jesuiten zuverbreiten und einzureden bestrebt sind, weil, wenn diese feststeht,man Alles erlangt hat. Und allerdings war es ganz gegen denGrund des päpstlichen Staates, wenn man in frühern Zeiten durch-gängig, und noch später in der Sorbonne, die Concilien dem Papstegleich machen oder sogar über ihn setzen wollte. Denn diese Amficht nähert sich mehr der Demokratie und ist der Tendenz desPapstthums ganz zuwider. Denn wie wäre es zu vereinigen, daßder Papst, dem man doch so große Prärogativen beilegt, der Cen-sur seiner Creaturcn und Vasallen sollte unterworfen sein? Dennalles dasjenige, was die heilige Schrift oder die ältern Lehrer derKirche zuschreiben, eignet sich der Papst allein zu und bezieht esauf sich, nach dem gewöhnlichen Sprachgebrauche, daß man demKönigreiche zuschreibt, was der Regent thut.