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Ehelosigkeit der Geistlichen im Papstthume.
neidet, weil es Andere verdrießt, daß sie es nicht eben so gut ha-ben können. Und wie sollte auch der Papst sein großes Einkom-men anders anwenden, da er nicht nöthig hat, ein großes Militairzu unterhalten?
Seit Urban VIII. ist der Gebrauch aufgekommen, einen vondes Papstes Nepoten zum ersten Minister zu machen, welcher Car-dinal padrone genannt wird. Unter den Ursachen dieser Einrich-tung führt man vorzüglich die an, weil die Blutsfreundschaft er-fordere, seine Verwandten vorzuziehen, und weil der Papst dadurchseine Person sichere, die sonst vielen Nachstellungen ausgesetzt sei,und größeren, als erbliche Fürsten, deren Tod ihre Nachfolger zurächen pflegten. Denn wie bange den Päpsten vor Gift sei, kannman daraus sehen, daß jederzeit, wenn der Papst communicirt, derKirchendiener, der das Brod und den Wein unter den Händenhat, von beiden mit genießen muß. Auch würden, meint man,andere Minister oder Statthalter in einem solchen Wahlstaate zuunverschämt sich bereichern wollen, und immer einer den andernaus dem Sattel zu heben trachten. Die Nepoten hingegen sindwenige, und um so leichter zu sättigen; auch lassen sie die andernBeamten nicht so sehr zugreifen, weil der ganze Haß auf sie selbstfällt. Ferner kann der Papst durch sie die Interessen der Fürstenbesser auskundschaften, als durch andere Beamten, die nicht seineVerwandten sind; auch haben sie mehr Sorge für die Erhaltungdesselben, weil ihr eignes Heil darauf beruht, und aus Furcht,daß man sich nicht einmal an ihnen räche; daher sie sich aucheinen und den andern Fürsten geneigt zu machen suchen müssen,um in vorkommendem Falle einen Rückhalt zu haben. Auch kön-nen dadurch die Sacken besser geheim gehalten werden. Endlichwürde ohne sie der Papst zu sehr von den Cardinälen abhangen,die meistens parteiisch sind, und von andern Fürsten Pensionenund Benesizien genießen.
z. 32. Ehelosigkeit der Geistlichen im Papstthume.
Die Unterthanen dieses geistlichen Staates können in zweiClassen abgetheilt werden, von denen die eine die gesammte Cleri-sei begreift, und die andere aus den sämmtlichen übrigen Christenbesteht, die der römischen Kirche zugethan sind, und die man ge-wöhnlich Laien nennt. Die erster« kann man mit dem stehenden