Das Papstthum als Monarchie betrachtet.
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zur Seite, deren Ruthes er sich in wichtigen Sachen bedient,wiewohl auch oft der Papst und seine Ncpoten nicht viel nachdem Rathe und der Einwilligung der Cardinäle fragen, sondernthun, was ihnen selbst gefallt. Das vornehmste Geschäft und diegrößte Würde der Cardinale besteht darin, daß sie den Papst zuwählen haben, und zwar einen aus ihrer eignen Mitte, weil siedie Nächsten dazu sind, und einer nörhig ist, der die Geschäfte desHofes zu Rom kennt. Die gewöhnliche Zahl derselben ist Sieb-zig, doch sind sie selten vollständig. Sie hießen in früherer ZeitJllustrissimi. Weil aber dieser Titel in Italien gar zu gemeinwurde, so ließen sie sich später auf Verordnung Urbans Vlll. Emi-nenzen nennen. Daher auch die Fürsten in Italien, denen sonstder Titel Eccellenza genügte, sich jetzt, da die Cardinäle ihren Ti-tel erhöhten, Altezza nennen ließen. Die Cardinäle werden ganzallein vom Papste gewählt, der jedoch dabei auch vorzüglich aufEmpfehlungen von Frankreich, Spanien und andern Staaten zusehen pflegt. Die Schmeichler des päpstlichen Stuhls haben sichnicht geschämt, zu sagen, die Würde der Cardinäle komme dereines Königs gleich. Wenigstens prätendirten sie doch den Rangüber den Churfürsten des deutschen Reichs.
Seit den Zeiten des Papstes Sixtus IV. (1471) suchten diePäpste immer ihre Anverwandten durch die Einkünfte der Kirchereich und groß zu machen, wie man denn als Beispiele anführt,daß Sixtus V. nach fünfjähriger Regierung seinem Haufe mehrals 3 Millionen Dukaten, und Gregor XV. nach 27 Monatenmehr als drei Millionen Scudi an Gütern, ohne das baare Geld,hinterlassen haben. Bei Urbans des VIII. Tode soll das barbcri-nifche Haus an 227 Chargen und Pfründen, jede zu 3, 5, 8, 10und mehre tausend Scudi gerechnet, gehabt haben, und dessen ge-sammtcr Reichthum wurde auf 30 Millionen Scudi geschätzt, wasbei Vielen großes Aergerniß erregte. Würde indessen die Sache vonder rechten Seite betrachtet, so würde man es Thorhcit nennen müs-sen, wenn der Papst, da das ganze Papstthum auf Reichtbum undAnsehn der Clerisei gerichtet ist, in derselben Hinsicht die so natür-liche Zuneigung gegen seine Familie unterdrücken, und so lange erim Rohre sitzt, nicht seine Pfeifen schneiden wollte. Es ist überallder Fall, daß man Favoriten und solche, die gut Glück haben, be-
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