Ursprung der Hierarchie.
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und keine Vcrdammniß über Unschuldige und ohne Nothwendig-keit ausgesprochen werden kann. Weil nun die ersten christlichenKaiser dies ihr Recht nicht ausübten, oder sticht füglich ausübenkonnten, so geschah es sowohl, daß es auf manchen dieser Conci-lien verwirrt genug hergegangen ^), als auch daß späterhin derPapst, nachdem er im Occident den Bischöfen und selbst den Con-cilien über den Kopf gewachsen war, sich das Recht anmaßte, inGlaubmssachen zu entscheiden, der Kirche solche Canones odergeistlichen Gesetze, wie er sie seinem eigenen Nutzen und Vortheilegemäß fand, aufzudringen, die oberste Jurisdiction an sich zu zie-hen, und sie auf diese Art von der Gewalt der höchsten Obrigkeitzu eximircn. Denn nachdem einmal die Meinung Platz gegriffenhatte, daß dies Alles ganz allein der Geistlichkeit, und nicht derObrigkeit zukomme, so erfolgte daraus späterhin, daß, als derPapst sich zum Oberhaupte über die Geistlichkeit und die ganzeKirche erhob, er sich auch alle jene Rechte anmaßte.
Z. 13. Ursprung der Hierarchie.
Ferner war auch in der alten Kirche der Gebrauch, daß dieersten Christen, wie es ihnen der Apostel Paulus gerathen hatte,nicht gern vor heidnischen Richterstühlen proccssirten, fondern ihreStreitigkeiten lieber der Entscheidung des Bischofs anhcim gaben,um bei den Heiden keinen Anstoß oder Veranlassung zum Tadelzu geben, und weil es sich nicht wohl für sie schickte, sich um soirdische Dinge zu streiten, da gerade ihre Religion diese gering zu
22) Bekannt lst in dieser Hinsicht die im I. 419 gehaltene zweiteKirchenversammlung zu Ephesus, die Räubersynode genannt, wo manüber des Eutyches Lehre stritt, und wo der Eunuch Chrysaphius, der die-ser Lehre zugethan war, mit bewaffneter Macht in das Concilium brach,und die Bischöfe zu Unterzeichnung eines dem Eutyches günstigen Beschlus-ses zwingen wollte. Auf derselben Synode geriethcn sich auch die Bi-schöfe einander selbst in die Haare, und Dioskur, der Bischof von Alexan-drien, stieß den Bischof von Constantinopel Flavia» mit Füßen und hiebihn mit Fäusten dergestalt, daß er entfliehen mußte und nach drei Tagenseinen Geist aufgab; lediglich weil er gegen Eutyches war. Solche Gräuelsind öfter geschehen, und auf dem Concilium zu Costuitz wurde sogar Jo-hann Huß verbrannt. Die Zweckwidrigkeit solcher Concilicn ist daher vonnicht Wenigen behauptet worden, zu denen auch selbst Thomasius ge-hört.