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Über das Papstthum : neu bearb.
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Christliche Kirche unter Constantin.

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Christen bestand, die an ihren Priestern hingen, so fanden es dieKaiser in ihrem Interesse, den Priestern auf alle Weise zu schmei-cheln und ste an der Hand zu behalten, um sich mit ihrer Hülfeauf dem so schlüpfrigen Throne zu befestigen. Weil ferner dieersten christlichen Kaiser noch viele Heiden zu ihren Staatsdienernhatten, so wollte es sich nicht wohl schicken, die die äußere Kir-chenleitung betreffenden Sachen in Rathssitzungcn entscheiden zulassen, wo sich auch Heiden unter den Rathen befanden 2°).Daher kam es denn, daß es mit der Berufung und Bestallungder Bischöfe und andern Geistlichen mehrentheils bei der frühernEinrichtung blieb. Und nicht allein wenn Streitigkeiten in Glau-bcnssachen sollten entschieden werden, sondern auch, wenn Gesetze,den äußern Gebrauch und die Kirche betreffend, gegeben oder an-dere wichtige Sachen entschieden werven sollten, wurde dies Allesvor die Concilien oder Versammlungen der Geistlichkeit gezogen,wo diese den Vorsitz und das Stimmrecht sieb vorzugsweise an-maßten 2i); da doch nicht nur das Recht eine solche Versamm-

") Doch beriefen die Kaiser die allgemeinen Concilien, und hattenda den Vorsitz; so Constantin der Große das Nicäische im I. 325, wo31« Bischöfe unter seiner Leitung beisammen waren, um über die Aria-nischcn Lehrsätze, über die Feier des Osterfestes, über das Dogma desNovatus, und über die Ehe der Priester zu entscheiden. So das Con-stantinopolitanische unter Theodos dem Großen gegen Maccdonius im I.385; das zu Ephcsus im I. 431 unter Theodoß dem jünger» gegen Nesto-rius; das zu Chalccdon unter Martian 458 gegen Eutyches; zu Constan-tinopel 552 unter Iustinian; zu Byzanz 581 unter Constantinus Pogo-natus; zu Nicäa das zweite unter Irene 788; und unter Basilius 850 inConstantinopel. Und in der griechischen Kirche haben die Priester nie kön-ne» ausführen, was ihnen wegen Entfernung der Herrscher im Abend-lande gelang.

2°) Auch diesem widerspricht Thomasius, und sagt, dies hätte ganzwohl geschehen können, sobald die Näthe nur nicht Pfaffenknechte, son-dern so vernünftige Männer waren, wie etwa Plinius unter Trajan ge-wesen ist.

2i) Thomasius warnt hierbei vor zwei Extremen; eines Theils, daßman der Clcrisei und den Priestern nicht das Regiment oder die herr-schende Gewalt in geistlichen Dingen in die Hände gebe, da dies derLehre Christi: Ihr aber nicht also, widerstrebe; andern Theils, daßman, unter dem Worwande, daß die Geistlichen nicht herrschen sollten,sie von allen Ehrenämtern und Beratschlagungen der zum Regimente