Vorzüge der christliche» Religion.
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Licht und andern Vorzug vor der jüdischen; wovon wir die Theo-logen handeln lassen; sondern sie ist auch frei von den Bewandt-nissen, die die jüdische als eine abgesonderte charaktcrisircn, undhat alle Eigenschaften, die zu einer allgemeinen Religion erfordertwerden; was als hauptsächliches Critcrium und als das wahreKennzeichen der christlichen Religion, wohl beachtet zu werden ver-dient. Denn in dieser Religion hat Gott keinen besondern Orterwählt, um den öffentlichen Gottesdienst da zu verrichten, odereinem Orte mehr Heiligkeit, als dem andern, zugeschrieben, so daßsich ein oder das andere Volk über die Abgelegenheit des Tempelszu beschweren hatte; sondern an allen Orten kann man heiligeHände aufheben, und es hat jetzt kein Tempel vor dem anderndie Verheißung, daß Gott in demselben eber erhören wolle, alsin dem andern 6). In der christlichen Religion hat kein einzigesWölk einen Vorzug, daß es sich vor andern etwas einzubilden, odersich über sie zu erheben Ursache hätte ?). Es ist kein Jude, nochGrieche, kein Knecht noch Freier, sondern alle gleich in Christo.Es ist kein Geschlecht oder Stamm vorzugsweise von Gott be-stimmt, den öffentlichen Gottesdienst zu verrichten, wie bei denJuden, sondern wenn anders die nüthigen Eigenschaften sich vor-finden, so ist zu diesem Amte einer wie der andere. Es ist nichtsin der christlichen Religion, das uns verhinderte, mit allen Men-schen als gute Freunde zu leben und gegen einander die Pflichtendes natürlichen Rechtes auszuüben. Sie ist, in ihrer eigenen undreinen Natur betrachtet, von allen weltlichen Absichten und Inter-esse gänzlich frei; sie enthält auch nicht das Geringste, was diebürgerlichen Gesellschaften und Gesetze, wofern sie nur den na-türlichen Rechten gemäß sind, stören oder beeinträchtigen konnte,sondern (obwohl dies ihr eigentlicher Zweck nicht ist), sie befestigt
5) Schwer jedoch macht sich die Menschheit von solchem Aberglau-ben los. Die Hyperboreer gingen zum Tempel des Apollo auf Delos,das pythijche Orakel wurde von fernen Asiaten besucht, und noch heutewallfahrten Miele nach Rom, weil sie Wunder denken, was es in St.Peter für besondere Heiligkeit giebt.
?) Die Italiener aber müssen sich wohl unter allen Christen als dieersten dünken. Und sie werden darin von denen, die ihren Ablaß undihre Seclmcsscn so begierig suchen, trefflich bestärkt.