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Zleußere Leitung der christlichen Kirche.
diese vielmehr. Sie hat durchaus nichts in sich, was mit demZwecke der bürgerlichen Gesellschaft stritte, oder was verhinderte,daß wir nicht unter dem Schutze der Obrigkeit ein ehrbar, ru-higes und sicheres Leben führen könnten, oder daß man nicht alleund jede Theile der höchsten bürgerlichen Gewalt nach Erfordernißdes natürlichen Rechtes, der gesunden Vernunft, und des öffent-lichen Wohles üben, oder daß man nicht alle Bedienungen undVerrichtungen, die in einem nach dem natürlichen Rechte eingerich-teten Staate erfordert werden, ohne Verletzung der Vorschriftendes Christenthums ausüben und verwalten könnte. Vielmehr istdas Christenthum zu diesem allen sehr dienlich, indem es alleVorschriften des natürlichen Gesetzes, und besonders auch diejeni-gen, die in den bürgerlichen Gesetzen nicht besonders mit zeitlichenStrafen konnten belegt werden ^), durch moralische Mittel heiligtund empfiehlt, und überhaupt einem Jeden sein Amt, in so fernes mit dem natürlichen Gesetz und der Tugend übereinstimmt, mitaller Treue und Gewissenhaftigkeit zu verrichten vorschreibt. Sodaß keine Religion oder Philosophie hierin der christlichen Reli-gion gleich kommt; wie sich Jeder überzeugen kann, der diese mitden andern Religionen oder philosophischen Systemen zu verglei-chen im Stande ist. Und wenn man diese Wirkung nicht in derThat überall wahrnimmt, und das Leben vieler Christen von demLeben der Heiden und Türken nicht verschieden ist, so liegt dieSchuld davon nicht an der christlichen Religion, sondern an der Bos-haftigkeit der Menschen, die sich nur dem Namen nach zu ihr beken-nen, sich aber wenig darum bekümmern, durch sie ihr Gemüth zubessern, und die Trefflichkeit ihrer Lehren durch Thatcn zu be-weisen.
§. S. Aeußere Leitung der christlichen Kirche.
Wie aber dies Alles kein Verstandiger leicht in Zweifel ziehenwird, so entsteht hier nun eine Hauptfrage, nämlich die: ob esbei der christlichen Religion durchaus erforderlich sei, daß die
°) Es giebt keine bürgerlichen Gesetze gegen den Neid, Haß, Geiz,Ehrsucht, Stolz, Heuchelei, Hinterlist ec., woraus so viel Nebel für diemenschliche Gesellschaft entstehen. Diesen üblen Affecten und Neigungenallen wird aber durch die Lehren der christlichen Religion wirksam vorge-baut.