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Borzüge der christlichen Religion.
Auch gab cs unter den Juden einzelne Verbreiter ihrer Lehre, diesich eifrig bemühten, die Heiden, mit denen sie zu thun hatten,zu ihrem Glauben zu bekehren. Allein es gefiel Gott nicht, ge-wisse und mit vorzüglichen Gaben ausgerüstete Abgesandte oderApostel in die Welt auszuschicken, um die Volker zum jüdischenGlauben einzuladen. Was aber einzelne Juden zur BekehrungAndersgläubiger unternahmen, war in Betracht der gesammtenMenschheit nur gering. Weil ferner die Juden nach ihrer Vor-stellung das auserwählte Volk Gottes sein sollten, auch sich beiihnen der einzige und vorzüglichste Tempel Gottes befand, so bil-deten sie sich nicht wenig darauf ein, und verachteten andere Na-tionen neben sich. Sodann waren sie wegen ihrer besondcrn Ge-brauche gcnöthigt, sich in vielen Stücken des genauem Umgangsmit andern Völkern gänzlich zu enthalten; woraus denn oft einbitterer Haß anderer Nationen gegen sie, und ihrerseits gegen an-dere entstand; was die Ausbreitung ihres Glaubens nothwendigsehr verhindern mußte. So mußte es auch jeder andern Nationsehr beschwerend erscheinen, daß sie, wenn sie den solennen öffent-lichen Gottesdienst begehn wollte, erst nach Jerusalem reisen sollteund keinen eben so heiligen Tempel bei sich aufbauen durfte.Auch wurden diejenigen, die sich zum jüdischen Glauben begaben,für einen Grad geringer geachtet, als geborne Juden, so daß sichnur Wenige entschließen konnten, sich um des jüdischen Glaubenswillen der Verachtung, die den Fremdling drückte, zu unterziehen.
Z. 4. Vorzüge der christlichen Religion.
Die christliche Religion aber hat nicht allein ein viel helleres
5) Jüdische Proselyten gab es schon in de» ältesten Zeiten. S. II.Chron. tl, 17, 18. Sie waren doppelter Art, Proselyten des Theres,und Proselyten der Gerechtigkeit. Die erster» entsagten nur dem Götzen-dienste, ohne sich der Bcschncidung zu unterwerfen oder die übrigen jü-dischen Gebräuche zu beobachten. Sie durften nur in den Worhof desTempels, und standen am Thorr, das zum eigentlichen Heiligthume führte.Die Proselyten der Gerechtigkeit unterwarfen sich auch der Beschneidungund beobachteten alle jüdischen Gesetze und Gebräuche. Sie wurden nachder Beschneidung auch getaust, wobei man sie, in Gegenwart dreier Zeu-gen, mit dem ganzen Körper in eine Cisterne eintauchte. M. s. Sellienlle jure diut. et t-ent, see. iliseipl, lllellr. und llv sueeesslniiv Ilebruea-rum, cilp. 6, — Die Proselytcnmacherei verwirft Christus Matth. 23.