Lüdische Religion.
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lehrte, bestand größtcntheils aus ungereimten und zum Theilunanständigen Fabeln. Zwar wollten einzelne Gelehrte etwasvernünftigere Sätze vom göttlichen Wesen und der Natur dermenschlichen Seele aufstellen; allein alles dies war so zweifelhaft,unvollkommen, und wenig begründet, daß sie zuletzt selbst nichtwußten, woran sie waren. Die Meisten erkannten wohl, daß derMensch sich vor Allem der Tugend befleißigen müsse. Allein manwußte von keiner weitern Wirkung derselben zu sagen, als daßman im bürgerlichen Leben davon Ehre und Nutzen haben könne.Denn was die Dichter von Belohnung der Tugend und Bestra-fung des Bösen nach dem Tode erzählten, das hielten die, die fürdie Klügsten gelten wollten, nur für ein Gedicht, um das gemeineWölk damit zu schrecken und im Zaume zu halten. Der Restvom Wolke lebte in den Tag hinein, und es fand bei dem, wasdie Heiden Religion nannten, gar kein bestimmter Unterricht, keinegewisse Abfassung von Lehrsätzen statt, die man von göttlichenDingen zu wissen hatte. Auch bestand der Gottesdienst größten-thcils nur in Opfern, (Zeremonien und gewissen Festtagen, die je-doch mehr mit Spiel und Lustbarkeit, als mit Betrachtung gött-licher Sachen zugebracht wurden; so daß man aus dieser heid-nischen Religion weder Erbauung im Leben, noch Trost und Hoff--nung im Sterben schöpfen konnte.
§. 3. Jüdische Religio».
Eine reinere Religion, um der Seelen Seligkeit zu erlangen,hatte Gott vor Alters dem jüdischen Wolke geoffenbart. Dochwar zwischen dieser und der christlichen ein sehr bedeutender Unter-schied, nicht allein weil bei den Juden der Erlöser erst in derWerheißung und im Vorbilde geahnt, bei den Christen aber inhistorischer Erscheinung und Wirklichkeit verehrt ward, sondern auchweil die jüdische Religion mit unendlich vielen (Zeremonien be-schwert war, die mit der ganzen Verfassung und besondern Eigen-thümlichkeit des jüdischen Volkes zusammenhingen; daher sie ohn-möglich als allgemeine Religion von allen Völkern angenommenwerden konnte. Auch sollten eben jene (Zeremonien gleichsam eineScheidewand bilden, um dadurch das jüdische Volk von allen an-dern Nationen abzusondern. Zwar waren allerdings andere Na-tionen nicht gänzlich vom Zutritte zur jüdischen ausgeschlossen 2).