Druckschrift 
4 (1858)
Entstehung
Seite
225
Einzelbild herunterladen
 

226

Unzahl von Thermalquellen, noch fließende oder schon verschwun-dene, unter Erdstößen ausgebrochen zu sein. Ein solcher ther-mischer Zusammenhang ist in dem merkwürdigen Buche des I o-hanneö LyduS über die Erdbeben (cke Ostentis eap. I.IV,p. 189 Hase) schon angedeutet. Die große Naturbegebenheitdes Unterganges von Helice und Bura in Achaja (373 vor Chr.;Kosmos Bd. III. S. 579) gab besonders Veranlassung zuHypothesen über den Kausalzusammenhang vulkanischer Thätig-keit. Es entstand bei Aristoteles die sonderbare Theorie vonder Gewalt der in den Schluchten der Erdtiefe sich einfangen-den Winde sNeteor. II. p. 368). Die unglückliche Frequenz derErderschütterungen in Hellas und in Unter-Italien hat durchden Antheil, den sie an der früheren Zerstörung der Monumenteaus der Blüthezeit der Künste gehabt, den verderblichsten Ein-fluß auf alle Studien ausgeübt, welche auf die EntWickelunggriechischer und römischer Eultur nach verschiedenen Zeit-epochen gerichtet sind. Auch ägyptische Monumente, z. B.der eine Memnons-Coloß (27 Jahre vor unserer Zeitrechnung),haben von Erdstößen gelitten, die, wie Letronne erwiesen, imNilthal gar nicht so selten gewesen sind, als man geglaubt fles8tatues vooalks cle lUemnon 1833 p. 2327 und 255).

Nach den hier angeführten physischen Veränderungen,welche die Erdbeben durch Erzeugung von Spalten veranlassen,ist eS um so auffallender, wie so viele warme HeilquellenJahrhunderte lang ihren Stoffgehalt und ihre Temperatur un-verändert erhalten; und also aus Spalten hervorquellen müssen,die weder der Tiefe nach, noch gegen die Seiten hin Ver-änderungen erlitten zu haben scheinen. Eingetretene Commu-nicationen mit höheren Erdschichten würden Verminderung,mit tieferen Vermehrung der Wärme hervorgebracht haben.

A, o. Humboldt. AosmoS, IV, 15