47
Olcminsk am Jenisei. Vom Obi bis zum Jenisei scheint sichdie Curve des anfangenden Bodeneises wieder um ein paarBreitengrade nordwärts zu erheben: um dann, in ihrem südlichgewandten Verlaufe, das Lena-Thal fast 8° südlicher alsden Jenisei zu durchschneiden. Weiter hin in Osten steigtdie Linie wiederum in nördlicher Richtung an." ^ Kupffer,der die Gruben von Nertschinsk besucht hat, deutet darauf hin,daß, abgesehen von der zusammenhangenden nördlichenGesammtmasse des Eisbodens, es in südlicheren Gegendenauch ein inselförmiges Auftreten des Phänomens giebt.Im allgemeinen ist dasselbe von den Vegetations-Grenzen unddem Vorkommen hohen Baumwuchseö vollkommen unabhängig.
Es ist ein bedeutender Fortschritt unseres Wissens, nach undnach eine generelle, ächt kosmische Ucbersicht der Temperatur-Verhältnisse der Erdrinde im nördlichen Theile des alten Kon-tinents zu erlangen; und zu erkennen, daß unter verschiedenenMeridianen die Grenze des Bodcneises, wie die Grenzen dermittleren Jahres-Temperatur und des Baumwuchses, in sehrverschiedenen Breiten liegt, wodurch perpetuirliche Wärme-Strömungen im Inneren der Erde erzeugt werden müssen. Imnordwestlichsten Theile von Amerika fand Franklin den Boden,Mitte August, schon in einer Tiefe von 16 Zoll gefroren.Richardson sah an einem östlicheren Punkte der Küste, in71» 1B Breite, die Eisschicht im Julius aufgethaut bis 3 Fußunter der krautbedeckten Oberfläche. Mögen wissenschaftlicheReisende uns bald allgemeiner über die geothermischcn Ver-hältnisse in diesem Erdtheile und in der südlichen Hemisphäreunterrichten! Einsicht in die Verkettung der Phänomene leitetam sichersten auf die Ursachen verwickelt scheinender Ano-malien; auf daS, was man voreilig Ungesetzlichkeit nennt.