Druckschrift 
4 (1858)
Entstehung
Seite
46
Einzelbild herunterladen
 

46

mit gefrorener Erde gemengt waren; dann begann dichtes Eis,das in 1V Fuß Tiefe noch nicht durchsenkt wurde.

Die geographische Erstreckung des Eisbodens:d. i. der Verlauf der Grenze, an der man im hohen Nordenvon der skandinavischen Halbinsel an bis gegen die östlichenKüsten Asiens im August und also das ganze Jahr hindurchin gewisser Tiefe Eis und gefrorenes Erdreich findet; ist nachMiddendorfs^ scharfsinniger Verallgemeinerung des Beobachteten,wie alle geothermischen Verhältnisse, noch mehr von örtlichen Ein-flüssen abhängig als die Temperatur des Luftkreises. Der Ein-fluß der letzteren ist im ganzen gewiß der entscheidendste; aberdie Jsogeothermcn sind, wie schon Kupffer bemerkt hat,in ihren converen und concaven Krümmungen nicht den kli-matischen Isothermen, welche von den Temperatur-Mittelnder Atmosphäre bestimmt werden, parallel. Das Eindringender aus der Atmosphäre tropfbar niedergeschlagenen Dämpfe,das Aufsteigen warmer Quellwasser aus der Tiefe, und dieso verschiedene wärmeleitende Kraft des Bodens °° scheinen be-sonders wirksam zu sein.An der nördlichsten Spitze deseuropäischen Continents, in Finmarken, unter 70° und 71°Breite, ist noch kein zusammenhangender Eisboden vorhanden.Ostwärts in das Flußthal des Obi eintretend, 5 Grade süd-licher als das Nordcap, findet man Eisboden in Obdorsk undBeresow. Gegen Ost und Südost nimmt die Kälte des Bodenszu: mit Ausnahme von Tobolsk am Jrtisch, wo die Tempe-ratur des Bodens kälter ist als bei dem 1° nördlicheren Witimskim Lena-Thale. Turuchansk (65° 54/) am Jenisei liegt nochaus eingefrorenem Boden, aber ganz nahe der Grenze des Eis-bodens. Amginsk, südöstlich von Jakutsk, hat einen eben sokalten Boden als das 5° nördlichere Obdorsk; eben so ist