Druckschrift 
4 (1858)
Entstehung
Seite
34
Einzelbild herunterladen
 

!

34

Ii. Innere Wärme des Erdkörpers nnd Vcrtheilungderselben.

(Erweiterung des NaturgemäldcS: Kosmos Bd. I. S. <7St84 undS. 425 427 A»in. 7w.)

Die Betrachtungen über die innere Wärme deö Erd-körperS, deren Wichtigkeit durch ihren jetzt so allgemein aner-kannten Zusammenhang mit vulkanischen und Hebungs-Erscheinungen erhöht worden ist, sind gegründet theilS aufdirecte und daher unbestreitbare Messungen der Temperatur inQuellen, Bohrlöchern und unterirdischen Grubenbauen; theilSauf analytische Combinationen über die allmälige Erkältungunseres Planeten und den Einfluß, welchen die Wärme^ Ab-nahme auf die Rotations-Geschwindigkeit ^ und auf die Rich-tung der inneren Wärme-Strömungen in der Urzeit mag aus-geübt haben. Die Gestalt des abgeplatteten Erdsphäroidsist selbst wieder von dem Gesetze der zunehmenden Dichtigkeitabhängig in concentrischen, über einander liegenden, nicht ho-mogenen Schalen. Der erste, crperimentale und darum sichrereTheil der Untersuchung, auf den wir uns hier beschränken,verbreitet aber nur Licht über die uns allein zugängliche, ihrerDickenach unbedeutende Erdrinde: während der zweite, ma-thematische Theil, der Natur seiner Anwendungen nach, mehrnegative als positive Resultate liefert. Den Reiz scharfsinnigerGedankenverbindungen^ darbietend, leitet dieser zu Problemen,welche bei den Muthmaßungen über den Ursprung der vulka-nischen Kräfte und die Reaction des geschmolzenen Inneren gegendie starre äußere Schale nicht ganz unberührt bleiben können.Platons geognostische Mythe vom Pyriphlegethon als Ur-sprung aller heißen Quellen wie der vulkanischen Feuerströme,war hervorgegangen aus dem so früh und so allgemein gefühlten