Maaß und die Vertheilung der angehäuften ponderablenMaterie und deren Anziehungskräfte gründen. Der Eindruckdes Erhabenen, wenn er aus dem Unermeßlichen und sinnlichGroßen entspringt, geht, uns selbst fast unbewußt, durch dasgeheimnißvolle Band, welches das Uebersinnliche mit demSinnlichen verknüpft, in eine andre, höhere Sphäre der Ideenüber. Es wohnt dem Bilde des Unermeßlichen, des Grenzen-losen, des Unendlichen eine Kraft bei, die zu ernster, feier-licher Stimmung anregt und, wie in dem Eindruck alles geistigGroßen und moralisch Erhabenen, nicht ohne Rührung ist.
Die Wirkung, welche der Anblick außerordentlicher Him-melSerscheinungen so allgemein und gleichzeitig auf ganze Volks-massen ausübt, bezeugt den Einfluß einer solchen Associationder Gefühle. Was in erregbaren Gcmüthern schon derbloße Anblick der gestirnten Himmelsdecke hervorbringen kann,wird durch tieferes Wissen und durch Anwendung von Werk-zeugen vermehrt, die der Mensch erfunden, um seine Sehkraftund mit ihr den Horizont seiner Beobachtung zu vergrößern.Dabei gesellt sich zu dem uranologischcn Eindruck des Uir-erfaßlichen im Weltall, durch die Gedankenverbindung mitdem Gesetzlichen und der geregelten Ordnung, auch der Ein-druck des Friedlichen. Er benimmt der unergründlichen Tiefedes Raumes wie der Zeit, was bei aufgeregter Einbildungs-kraft ihnen Schauerliches zugeschrieben wird. Unter allenHimmelsstrichen preist der Mensch, bei der einfach natürlichenEmpfänglichkeit seines Gcmüthes, „die stille Ruhe einer stern-klaren Sommernacht".
Wenn nun Raum- und Massengröße dem siderischenTheile der Wcltbeschreibung vorzugsweise angehören, unddas Auge in ihm das einzige Organ der Weltanschauung