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Christlicher Religionsunterricht nach Anleitung des Heidelbergischen Catechismus
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197
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Frage tZZ

aufheute" bitten, und will dadurch die Zufrieden-heit und Genügsamkeit mehren, und den bangenund heidnischen Sorgen für die Zukunft wehren,

Matth. 6, 3t. Sorget nicht für den andern Morgen, dennder morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug,baß ein jeglicher Tag seine eigens Plage Hüde.

UmBrod", also um das nothwcndigstc Lcbcnsbc-dürfniß läßt Jesus uns bitten, dadurch zu warnen, unSnicht an mannigfache Lebensbedürfnisse zu gewöhnen, unduns Zufriedenheit zu lehren, wenn der Herr uns das täg-liche Brod gibt.

Neichthnm ist keineswegs zu einem zufriedenen Leben *nothwendig, und man findet noch lange nicht immer beiUeberflnß und guten Tagen die größte Heiterkeit und denwahren Frohsinn, sondern das ist ein großes Lcbensgut,wer gottselig ist und läßt sich genügen. Wir haben nichtsvon irdischen Gütern mit in die Welt gebracht, könnenauch nichts hinansbringen. Wenn wir Nahrung und Klei-der haben, so sollen wir zufrieden sein. 1. Tim. 6, li8.

Spr. 13, 7. Mancher ist arm bei großem Gut, und Man-cher ist reich bei seiner Armnth.

Indem Jesus uns bitten lehrt, gibuns", will erdie Nächstenliebe in uns vermehren, und namentlich demBrodneide wehren, da wir auch für andere Menschen umden Unterhalt bitten sollen.

Philipper 2, 4. Ein Jeglicher sehe nicht auf das Seine,sondern aus das, wa.S des Andern ist.

Diese Bitte lehret uns endlich : An GotteS Segenist auch für das Irdische Alles gelegen, denn Gott ist dereinige Ursprung alles Guten, und ohne seinen Segenkönnen weder unsere Mühe noch Arbeit gedeihen; weß-wegen wir bei fleißiger Arbeit um daS tägliche Brod,doch um dasselbige bitten müssen, da Gott ja im eigent-lichen Sinne das tägliche Brod alljährlich neu geben muß.

^ Psalm IZ7, 2. Es ist umsonst, daß ihr frühe ausstehet,»nd hernach lange sitzet, und esset euer Brod mit Sorgen, dennseinen Freunden gibt er eS schlafend.

Psalm 55, 23. Wirf dein Anliegen auf den Herrn! Derwird dich oersorgen, und wird den Gerechten nicht ewiglich inUnruhe lassen.