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Christlicher Religionsunterricht nach Anleitung des Heidelbergischen Catechismus
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169
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Sonntag 49.

Gutes thim. Auch dürfen wir, wenn es Pflicht und Be-ruf fordern, unser Leben nicht scheuen.

Colosser 3, >2It. So ziehet nun an, als die Auserwähl-tcn Gottes, Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freund-lichkeit, Sanftmuth, Demuth, Geduld, und vertrage Einer denAndern, und vergebet euch unter einander, so Jemand Klagehat wider den Andern; gleichwie Christus euch vergeben hak, alsoauch ihr. Ueber Alles aber ziehet an die Liebe, die da ist dasBand der Vollkommenheit.

Erweisen sollen wir dem Nächsten:'

1. Geduld,

o. b. nachsichtsvolles Tragen seiner Schwächen «und Fehler.

Römer 15, l. Wir aber, die wir stark sind, sollen derSchwachen Gebrechlichkeit tragen, und nicht Gefallen an uns sel-ber haben.

L. Friede.

Friedfertig muß der Christ sein, d. l>. selbst den »Frieden erbatten, und ihn auch bei Andern zu be-fördern suchen.

Matth. 5, 9. Selig sind die Friedfertigen, denn sie werdenGottes Kinder heißen.

Römer >2, >8. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habtmit allen Menschen Friede.

Z. Sanftmuth,

d. i. diejenige Tugend, wornach wir die Fehlerunseres Nächsten, dadurch er uns beleidigt bat,mit Geduld ertragen, die dadurch aufgeregte Lustzum Zorn und Eifer durch die Kraft der GnadeGottes niederschlagen, dem Nächsten gerne Belei-digungen verzeihen, und ihn immer mit Gelindig-kcit behandeln.

Matth. 5, 5. Selig sind die Sanftmüthige», denn sie wer-den das Erdreich besitzen. Zacobi 3, 13.

st. Barmherzigkeit,

d. i. diejenige Neigung des Herzens, wornach wir ^uns gerne der geistlich, geistig und leiblich Arnn nund Elenden annehmen, und ihnen Hülse leisten,soviel in unfern Kräften steht.