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Sonntag 40.
zürnet, der ist dcS Gerichts schuldig; wer ober zu seinem Brudersagt: Racha! der ist des Ruths schuldig; wer aber sagt: Du Narr!der ist des höllischen Feuers schuldig. Psalm 6t, 3—5. Ps. 57, 5.Sxr. Sal. 26, 18—19. Jeremia 9, 8.
Mörderische Geber den sind durch Zorn verstellteGcbcrdcn, oder mörderische Drohungen durch Gebcrdcn.1 Mos. 4, o—tt.
Auch uns selbst dürfen wir nicht tobten, dennGott hat uns kein Recht über unser Leben gegeben, son-dern dieses Recht sich selbst ganz vorbehalten. Das aberist nicht blos Selbstmord, wenn wir ans gewaltsameWeise uns das Leben nehmen. sondern auch, wenn wirdurch Unmäßigkeit im Essen und Trinken, durch Lieder-lichkeit und elnsschweifungen unser Leben verkurzen, oderuns muthwillig in Gefahr begeben.
^ Jeder Zweikampf ist ein Mord vor Gott. Eingerechter Krieg ist erlaubt; wer einen ungerechten begin-net, der wird's vor Gott verantworten müssen. DieObrigkeit hat das Recht, Missethätcr tödtcn zu lassen.
1 Moses 9, 6. Wer Mciischenbliit vergießet, deß Blut sollwieder vergossen werden.,
Eben so sehr als der Mord des Leibes ist der derSeele zu vermeiden. Zum Mörder unserer eigenen oderder Seele Anderer werden wir, wenn wir die Sündemehr lieben denn Gott, unfern Nächsten zum Bösen ver-fuhren, wenn wir nicht unser Licht leuchten lassen vorden Menschen, daß sie durch unser Beispiel veranlaßtwerden, auch ibre Seelen zu retten. Matth. 10, 26.Hesekiel 3, 17—19.
Matth. 18, 6—7. Wer ärgert dieser Geringsten einen, diean mich glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinenHals gehänget würde, und er ersäufet würde im Meer, da eSam tiefsten ist. Wehe der Welt der Aergerniß halbe»! Es mußja Aergerniß kommen; doch wehe dem Mensche», durch welchenAergerniß kommt!
Fr.107. Geboten ist dagegen im sechsten Gebote:
daß wir unfern Nächsten lieben sollen als uns selbst, ge-gen ihn Geduld, Friede, Sanftmuth, Barmherzigkeitund Freundlichkeit erzeigen, seinen Schaden, so viel alsunS möglich ist, abwenden und auch .unfern Feinden