Frage 92, 93, 94, 95. l39
Gesetz erst vollständig erklärt hat, und die wirklich ge-schehene Erlösung von der Sünde uns zur größerenDankbarkeit verpflichte!, die sich im treuen Halten derGebote besonders kund geben soll.
Matth. 5, 17 — 19. Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekom-men bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich binnicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn ich sageeuch wahrlich: Bis das Himmel und Erde vergehe, wird nichtzergehen der kleinste Buchstabe, noch ein Titel vom Gefetz, bisdaß eS Astes geschehe. Wer nun eines von diesen kleinsten Ge-bote» auflöset, und lehret die Leute also, der wird der Kleinstebeißen im Himmelreich; wer es aber thnt und lehret, der wirdgroß heißen im Himmelreich. Hebr. 1t), 28 — 29.
Wahre Christen stehen also zum Gesetze: «
1. Daß sie den Fluch des Gesetzes nicht mehr fürchten,
weil es die nicht mehr verdammen kann, welchedurch den Glauben in Christo sind.
Galater 3, 13. Christus aber hat uns erlöset von dem FluchdeS Gesetzes, da er ward ein Fluch für uns.
2. Sie sind von dem harten Dringen und Treiben des
Gesetzes befreiet, da die Erlöseten gerne den Ge-horsam des Gesetzes leisten.
Galater 4, 4 — S. Da die Zeit erfüllet ward, sandte Gottseinen Sohn, geboren von einem Weibe, und unter das Gesetzgethan, ans daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlöset?,daß wir die Kindschaft empfingen,
3. Die Christen kennen statt der gesetzlichen Gerech-
tigkeit, die kein Mensch leisten kann, die evan-gelische, wornach die Gläubigen deß froh sind,daß sie im Glauben an Christum durch sein Ver-dienst gerecht werden.
Römer 8, i. So ist nun nichts Vcrdammliches an denen,die in Christo Jesu sind.
«l.. Sie wissen: das Gesetz ist aber gut, so sein Jemandrecht gebrauchet. 4 Tim. 4, 8.
Das Gesetz ist nicht blos als Erkenntniß qnellcnn-scrcs Sündcnelendes (Sonntag 2), sondern auch alsRichtschnur zur Heiligung gegeben.
Titus 2, Ii —12. Es ist erschiene» die heilsame GnadeGot teS allen Menschen, und züchtiget uns, daß wir sollen ver-