138 Sonntag 34.
Da» zehnte Gebot.
Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Hauses; laßdich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes, noch seinesKnechts, noch seiner Magd, noch seines Ochsens, nochseines Esels, noch Alles, was dein Nächster hat.
Frage S3. Wie werden diese Gebote abgetheilet?
Antwort. In zwei Tafeln; deren die erste in vierGeboten lehret, wie wir uns gegen Gott sollen verbal,ten; die andere in sechs Geboten, was wir unscrm Näch-sten schuldig sind.
Frage 94. Was erfordert der Herr im ersten Gebot?
Antwort. Daß ich bei Verlierung meiner SeelenHeil und Seligkeit alle Abgötterei, Zauberei, abergläu,bige Segen, Anrufung der Heiligen oder anderer Creatu,ren meiden und fliehen soll, und den einigen wahrenGott recht erkennen, ihm allein vertrauen, in aller De,muth und Geduld von ihm allein alles Gute erwarten,und ihn von ganzem Herzen lieben, fürchten und ehren;also, daß ich ehe alle Crcaturen übergebe, denn in demgeringsten wider seinen Willen thuc.
Frage 95. Was ist Abgötterei?
Antwort. Anstatt des einigen wahren Gottes, dersich in seinem Wort hat geoffenbarct, oder neben dem,selben etwas anderes dichten oder haben, darauf derMensch sein Vertrauen setzt.
»- Der 34ste Sonntag gibt Fr. 92 die 10 Gebote, Fr.L3 die Abtheilnng derselbigen, Fr. 94 und 95 die Aus-legung des ersten Gebotes.
gz. Die zehn Gebote finden sich aufgeschrieben 2 Mos.20, I — 1?. und 5 Mos. 5, 9 — 21. Der Herr gab siedurch Moses dem Volke Israel ans zwei steinern Tafeln,geschrieben durch den Finger Gottes.
» Die Christenheit hat noch größere Verpflichtung wieIsrael, das Gesetz Gottes zu halten, da unS Christus das