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Christlicher Religionsunterricht nach Anleitung des Heidelbergischen Catechismus
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90
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W Sonntag 22.

sein Blut, nämlich die Vergebung der Sunden, nach dem Neich-thum seiner Gnade. Colon. I, 14. Apostelg. 10, 43. Jes. 53.

3. Die Vergebung der Sünden bestehet darin, daß Gottder Erbsünde und der wirklichen Sünden der Er-lösten nicht gedenken, sondern ihnen die Gerechtig-keit Christi zurechnen will.

Ierem. 33, 8. Ich will sie reinigen ron aller Missethat,damit sie wider Mich gesündigt haben, und will ihnen vergebenalle Mistethat, damit sie wider Mich gesündiget und übertretenhaben.

2 Cor. 5, 21. Er hat den, der von keiner Sünde wußte,für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in Christo dieGerechtigkeit, die vor Gott gilt.

4. Die Folge der Vergebung ist, daß die Erlösetennicht ins Gericht kommen, sondern vom Tode zumLeben hindurch dringen.

Ivh, 5, 24. Wer Mein Wort höret, und glaubet dem, derMich gesandt hat, der hat das ewige Leben, und kommt nichtin das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. (Siehe Sonntag 23).

Sonntag XXII.

Frage 57. Was tröstet dich die Auferstehung des Fleisches?

Antwort. Daß nicht allein meine Seele nach die-sem Leben alsbald zu Christo, ihrem Haupt, genommenwird, sondern auch, daß dies mein Fleisch durch die KraftChristi aufcrwecket, wieder mit seiner Seele vereiniget,und dem herrlichen Leibe Christi gleichförmig werden soll.

Frage 58, Was tröstet dich der Artikel vom ewigen Leben?

Antwort. Daß, nachdem ich jctzund den Anfangder ewigen Freude in meinem Herzen empfinde, ich nachdiesem Leben vollkommene Seligkeit besitzen werde, diekein Auge gesehen, kein Ohr gehöret, und in keines Men-schen Herz nie gekommen ist, Gott ewiglich darin zupreisen.