34
Sonntag 7.
Glaube ist ein Werk des heiligen Geistes in der Seeledes Menschen, wodurch der Wille des berufenen Sün-ders geneigt gemacht wird, Christum allein und ganz alÄ>die Ursache des Lebens und der Gerechtigkeit anzunehmen.
Dem Glauben gehet voran eine Erkcnntmß Gottesund unseres verdorbenen Herzens, so wie das Wissender Heilswahrbeiten und daS Fürwabrbaltcn dcrsclbigen.Die eigentliche That des Glaubens, ist die Aneignungdes Verdienstes Jesu Christi, nämlich, wie der Ca-techismussagt: Daß nicht allein Andern, sondernauch mir Vergebung der Sünden, ewige Ge-rechtigkeit und Seligkeit von Gott gescheu-ket sei, ans lauter Gnaden, allein um desVerdienstes Christi willen.
Röm. tu, 17. So kvnimt der Glaube aus der Predigt, dasPredigen «der aus dem Wort Gottes. V. i4. Wie sollen sieaber glauben, von dem sie nichts gehöret haben?
Apostelg. 2 t, 14. Das bekenne ich aber dir, daß ich »achdiesem Wege, den sie eine Sekte heißen, diene also dem Gottmeiner Väter, daß ich glaube Allem, was geschrieben stehet imGesetz und in den Propheten.
Hebr. II, 1, Es ist aber der Glaube eine gewisse Zuver-sicht des, das man hoffet, und nicht zweifelt an dem, das mannicht stehet.
^ Der Glaube nun hat Stufen. Im Anfange ist erschwach, später wird er stärker, wenn der Erweckte denGeist Gottes recht auf sich einwirken läßt.
Marc, s, 24. Zch glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben!
2 Tim. I, 12. Zch weiß, an welchen ich glaube.
Der Glaube äußert sich durch Hungern und Dür-sten nach Cbristo, und durch Beten und stetes Verlangennach größerer Vereinigung mit Christo.
Ps. 42, 2 —I. Wie der Hirsch schreiet nach frischem Was-ser, lo schreiet meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dür-stet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich da-hin kommen, daß ich GotteS Angesicht schaue?
* Auch den schwachen Glauben verachtet Gott nicht,wir müssen uns aber damit nicht begnügen, sondern umein größeres Maß bitten. Die Früchte des Glaubenssind: Friede mit Gott und gute Werke, Muth in Trüb-