Druckschrift 
Kunst, die Pendel- und Taschenuhren zu behandeln : mit 5 Tafelabb.
Seite
26
Einzelbild herunterladen
 

2V

der Stange tritt; diese halt dann die Linse an der Stangezurück.

Drehet man nun die Schraubenmutter von v nach0, d. h. rückwärts, so macht man, daß die Linse steigt,und daß folglich die Uhr vorgehet.

Es ist zu bemerken, daß bei den meisten Pendeluh-ren, die man heut zu Tage verfertigt, die Linse in dasGehäuse eingeschlossen ist, so daß sie die Schraubenmut-ter nicht berühren oder sich gar daran aufhangen kann.Diese Pendeluhren sind dann aber so eingerichtet, daßman den Stift drehet, welcher oben durch das Zifferblattgehet. Indem man nun vermittelst eines Uhrschlüsselsdiesen Stift von der Rechten nach der Linken drehet,verkürzt man das Pendel und macht, daß die Uhr vor-gehet; drehet man dagegen von rechts nach links, so ver-längert man das Pendel und macht, daß die Uhr lang-samer gehet.

Das Perpendikel, welches 3 Fuß 8Z Linie von^, nachIZ hat, macht in jeder Sccunde eine Vibration, d. h.60 Vibrationen in einer Minute und 3K00 in einer Stunde.Läßt man nun die Linse eines solchen Perpendikels umeine Linie herab, so wird die Uhr in 24 Stunden 1 Mi-nute 38 Secunden zurückbleiben, während, wenn mandie Linse eines Pendels von i) Zoll 2^ Linie bloß um ZLinie herabläßt, die Uhr mit einem solchen Pendel in 24Stunden ebenfalls um 1 Minute und 38 Secunden zu-rückbleiben würde. Man stehet hieraus, daß die Quan-tität, um die man, zur Negulirung einer Uhr die Schrau-benmutter drehen muß, sich nach der Länge oder Kürzeder Perpendikel ändert. Übrigens variirt diese Quanti-tät auch noch, je nachdem die Schraubenfüße mehr oderweniger von einander abstehen, weshalb man denn auchnicht genau vorschreiben kann, wie viel man für irgendeine Abweichung drehen soll. Um aber das Gerathewohlzu vermeiden, kann man sich folgender Regel bedienen.

Beispiel.

Man stimme die Uhr mit einer andern rcgulirtcnoder mit einem Meridiane überein und beobachte, wieviel sie in 24 Stunden vor- oder nachgegangen ist.