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1 (1845)
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so wollen wir nicht, daß bei der Innigkeit des Bandes, welchesbeide Sphären, die physische und die Sphäre der Intelligenzund der Gefühle, mit einander verknüpft, unser Naturbilddeö freundlichen Lichtes und der Färbung entbehre, welcheihm die, hier freilich nur angedeuteten Betrachtungen über dasVerhältnis; der Abstammung zur Sprache verleihen können.

Indem wir die Einheit des Menschengeschlechtes be-haupten, widerstreben wir auch jeder unerfreulichen An-nahme ^ von höheren und niederen Menschenracen. Esgiebt bildsamere, höher gebildete, durch geistige Cultur ver-edelte, aber keine edleren Volköstämme. Alle sind gleich-mäßig zur Freiheit bestimmt; zur Freiheit, welche in roherenZuständen dem Einzelnen, in dem Staatenlebcn bei dem 'Genuß politischer Institutionen der Gesammtheit als Be-rechtigung zukommt.Wenn wir eine Idee bezeichnen wol-len, die durch die ganze Geschichte hindurch in immer mehrerweiterter Geltung sichtbar ist, wenn irgend eine die viel-fach bestrittene, aber noch vielfacher mißverstandene Ver-vollkommnung des ganzen Geschlechtes beweist, so ist esdie Idee der Menschlichkeit! das Bestreben, die Grenzen,welche Vorurtheile und einseitige Ansichten aller Art feind-selig zwischen die Menschen gestellt, aufzuheben, und diegesammte Menschheit, ohne Rücksicht auf Religion, Nationund Farbe, als Einen großen, nahe verbrüderten Stamm,als ein zur Erreichung Eines Zweckes, der freien Ent-wicklung innerlicher Kraft, bestehendes Ganzes zubehandeln. Es ist dieß das letzte, äußerste Ziel der Ge-selligkeit, und zugleich die durch seine Natur selbst in ihngelegte Richtung des Menschen auf unbestimmte Erweite-rung seines Daseins. Er siehr den Boden, so weit er sich

A> v, Humboldt. AosmoS, I 25