Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
382
Einzelbild herunterladen
 

382

entstanden. Jene Sage trägt anch darin ganz das Geprägemenschlicher Erfindung, das, sie die außer aller Erfahrungliegende Erscheinung des ersten Entstehens des Menschen-geschlechts auf eine innerhalb heutiger Erfahrung liegendeWeise, und so erklären will, wie in Zeiten, wo das ganzeMenschengeschlecht schon Jahrtausende hindurch bestandenhatte, eine wüste Insel oder ein abgesondertes Gebirgsthalmag bevölkert worden sein. Vergeblich würde sich dasNachdenken in das Problem jener ersten Entstehung ver-tieft haben, da der Mensch so an sein Geschlecht und andie Zeit gebunden ist, daß sich ein Einzelner ohne vorhan-denes Geschlecht und ohne Vergangenheit gar nicht inmenschlichem Dasein fassen läßt. Ob also in dieser wederauf dem Wege der Gedanken noch der Erfahrung zu ent-scheidenden Frage wirklich jener angeblich traditionelle Zu-stand der geschichtliche war, oder ob das Menschengeschlechtvon seinem Beginnen an völkerweise den Erdboden be-wohnte? darf die Sprachkunde weder aus sich bestimmen,noch, die Entscheidung anderswoher nehmend, zum Erklä-rungsgrunde für sich brauchen wollen."

Die Gliederung der Menschheit ist nur eine Gliederungin Abarten, die man mir dem, freilich etwas unbestimmtenWorte Racen bezeichnet. Wie in dem Gewächsreiche, inder Naturgeschichte der Vögel und Fische die Gruppirungin viele kleine Familien sicherer als die in wenige, großeMassen umfassende Abtheilungen ist, so scheint mir auch,bei der Bestimmung der Racen, die Aufstellung kleinererVölkerfamilien vorzuziehen. Man mag die alte Classificationmeines Lehrers Blumenbach nach fünf Racen (der kau-kasischen, mongolischen, amerikanischen, äthiopischen und