105
noch übrig, unter den um die Sonne in eigenen Bahnenkreisenden und von ihr erleuchteten Weltkörpern die unge-zählte Schaar der Co nieten zu nennen. Wenn man einegleichmäßige Vertheilung ihrer Bahnen, die Grenze ihrerPerihelien (Sonnennähen), und die Möglichkeit ihresUnsichtbarbleibenö für die Erdbewohner nach den Regelnder Wahrscheinlichkeits-Rechnung abwägt, so findet maneine Zahl von Myriaden, über welche die Einbildungs-kraft erstaunt. Schon Kepler sagt mit der ihm eigenenLebendigkeit des Ausdrucks: es gebe in den Welträumenmehr Cometen, als Fische in den Tiefen des Oceans.Jndeß sind der berechneten Bahnen kaum noch 150, wenndie Zahl der Cometen, über deren Erscheinung und Laufdurch bekannte Sternbilder man mehr oder minder roheAndeutungen hat, auf sechs- oder siebenhundert geschähtwerden kann. Während die sogenannten classischen Völkerves Occidents, Griechen und Römer, wohl bisweilen den Ortangeben, wo ein Comet zuerst am Himmel gesehen ward, nieetwas über seine scheinbare Bahn, so bietet die reiche Lit-teratur der naturbeobachtenden, alles aufzeichnenden Chinesenumständliche Notizen über die Sternbilder dar, welche jeglicherComet durchlief. Solche Notizen reichen bis mehr denn fünfJahrhunderte vor der christlichen Zeitrechnung hinauf, undviele derselben werden noch heute" von den Astronomen benutzt.
Von allen planetarischen Weltkörpern erfüllen dieCometen, bei der kleinsten Masse (nach einzelnen bis-herigen Erfahrungen wahrscheinlich weit unter derErdmasse), mit ihren oft viele Millionen Meilen langenund weit ausgebreiteten Schweifen den größten Raum.Der lichtreflectircnde Dunstkegel, den sie ausstrahlen, isi