01
Sternschicht zu bestimmen, die wir bewohnen; er hat zuerstgewagt, die Verhältnisse der Lage und des Abstandes sernerNebelflecke zu unserer Sternschicht aufzuklären. WilhelmHerschel hat (so sagt die schöne Grabschrist zu Upton) dieSchranken des Himmels durchbrochen sesoloruin porrupitoloustru); wie Kolumbus, ist er vorgedrungen in ein unbe-kanntes Weltenmeer, Küsten und Inselgruppen erblickend,deren letzte wahre Ortsbestimmung kommenden Jahrhun-derten vorbehalten bleibt.
Betrachtungen über die verschiedene Lichtstärke derSterne und über ihre relative Zahl, d. i. über die nume-rische Seltenheit oder Anhäufung in gleich großen Feldernder Fernröhre, haben auf die Annahme ungleicher Ent-fernung und räumlicher Vertheilung in den durch sie ge-bildeten Schichten geleitet. Solche Annahmen, in so fernsie zu einer Begrenzung der einzelnen Theile des Weltbausführen sollen, können allerdings nicht denselben Gradmathematischer Gewißheit darbieten, der in allem erreichtwird, was unser Sonnensystem, was das Kreisen der Dop-pelsterne mit ungleicher Geschwindigkeit um einen gemein-samen Schwerpunkt, was die scheinbare oder wirkliche Be-wegung aller Gestirne betrifft. Man würde geneigt sein, diephysische Weltbeschreibung, wenn sie von den fernsten Nebel-flecken anhebt, mit dem mythischen Theile der Weltgeschichtezu vergleichen. Beide DiSciplinen beginnen im Dämmer-lichte der Vorzeit, wie des unerreichbaren Raumes; undwo die Wirklichkeit zu entschwinden droht, ist die Phan-tasie zwiefach angeregt, aus eigener Fülle zu schöpfen undden unbestimmten, wechselnden Gestalten Umriß und Dauerzu geben.