Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
84
Einzelbild herunterladen
 

84

Sternenteppich, die weiten Himmelseäume gehören einemWeltgemälde an, in dem die Größe der Massen, die Zahlzusammengedrängter Sonnen oder aufdämmernder Lichtnebelunsere Bewunderung und unser Staunen erregen, dem wiruns aber, bei scheinbarer Verödung, bei völligem Mangelan dem unmittelbaren Eindruck eines organischen Lebens,wie entfremdet fühlen. So sind denn auch nach den frü-hesten physikalischen Ansichten der Menschheit Himmel undErde, räumlich ein Oben und Unten, von einander getrenntgeblieben. Sollte demnach ein Naturbild bloß den Bedürf-nissen sinnlicher Anschauung entsprechen, so müßte es mitder Beschreibung des heimischen Bodens beginnen. Esschilderte zuerst den Erdkörper in seiner Größe und Form,in seiner, mit der Tiefe zunehmenden Dichtigkeit und Wärme,in seinen über einander gelagerten, starren und flüssigenSchichten; es schilderte die Scheidung von Meer und Land,das Leben, das in beiden als zelliges Gewebe der Pflanzenund Thiere sich entwickelt; den wogenden, stromreichen Luft-ocean, von dessen Boden waldgekrönte Bergketten wie Klippenund Untiefen aufsteigen. Nach dieser Schilderung der reintellurischen Verhältnisse erhöbe sich der Blick zu den Him-melsräumen; die Erde, der uns wohlbekannte Sitz orga-nischer Gcstaltungsprocesse, würde nun als Planet betrachtet.Er träte in die Reihe der Weltkörper, die um einen derzahllosen selbstleuchtendcn Sterne kreisen. Diese Folge derIdeen bezeichnet den Weg der ersten sinnlichen Anschauungs-weise, sie mahnet fast noch an die altemeerumflossene Erd-scheibe", welche den Himmel trug; sie geht von dem Stand-ort der Wahrnehmung, von dem Bekannten und Nahenzum Unbekannten und Fernen über. Sie entspricht der in