Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
80
Einzelbild herunterladen
 

80

geschiedenen Massen verweilen sollen. Durch Trennung undUnterordnung der Erscheinungen, durch ahnungsvolles Ein-dringen in das Spiel dunkel waltender Mächte, durch eineLebendigkeit des Ausdrucks, in dem die sinnliche Anschauungsich naturwahr spiegelt, können wir versuchen das All(ro ?r«p) zu umfassen und zu beschreiben, wie es die Würdedes großartigen Wortes Kosmos, als Universum, alsWeltordnung, als Schmuck des Geordneten, erheischt.Möge dann die unermeßliche Verschiedenartigkeit der Ele-mente, die in ein Naturbild sich zusammendrängen, demharmonischen Eindruck von Ruhe und Einheit nicht schaden,welcher der letzte Zweck einer jeden litterarischen oder reinkünstlerischen Composition ist.

Wir beginnen mit den Tiefen des Weltraums undder Region der fernsten Nebelflecke, stufenweise herabsteigenddurch die Sternschicht, der unser Sonnensystem angehört,zu dem luft - und mcerumflossenen Erdsphäroid, seiner Ge-staltung, Temperatur und magnetischen Spannung, zu derLebensfülle, welche, vom Lichte angeregt, sich an seinerOberfläche entfaltet. So umfaßt ein Weltgemälde in we-nigen Zügen die ungcmessenen Himmelsräume, wie diemikroscopischen kleinen Organismen des Thier - und Pflan-zenreichs, welche unsere stehenden Gewässer und die ver-witternde Rinde der Felsen bewohnen. Alles Wahrnehmbare,das ein strenges Studium der Natur nach jeglicher Rich-tung bis zur jetzigen Zeit erforscht hat, bildet das Material,nach welchem die Darstellung zu entwerfen ist; es enthältin sich das Zeugniß ihrer Wahrheit und Treue. Ein be-schreibendes Naturgcmälde, wie wir es in diesen Prolegome-!Mi aufstellen, soll aber nicht bloß dem Einzelnen nachspüren;