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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
120
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IM Biographie.

er zuerst mit diesen originellen Ideen ans, dnrch eine nene Wissen-schaft., die in der zukünftigen Gescllschaftsorganisativn die Stelle desGlaubens vertreten sollte und die er den Physizismns nannte, alteVerhältnisse der menschlichen Gesellschaft zn regeln. Diesen Grund-gedanken entlehnte später sein Schüler August Comte, nur daß erdiese Wissenschaft Positivismus nannte. Die FundamentallehrenSt. Simons und Comtes bilden den Untergrund des nationalöko-nomischen Systems, das in neuerer Zeit John Stuart Mill in soklarer Weise ausgeführt hat.

Den Bestrebungen und Ideen des Meisters fehlte allerdingsdiese Klarheit und der strenge, nüchterne Geist, der seine Schülerauszeichnete; dafür sind sie aber ausgezeichnet durch eine Fülle neuerund weltbewegender Ideen und durch eine leidenschaftliche Begeisterungfür dieselben. Kein Wunder, daß deshalb die nene Lehre viele Schüleranzog und eine große Überlegenheit über alle andern socialen Re-formversnche jener Zeit erlangte. Die Lehre St. Simons: „Ichschreibe für die Industriellen gegen die Höflinge und Adligen, d. h.ich schreibe für die Bienen gegen die Hummeln", fiel wie einBlitzstrahl in die junge Generation, deren Begeisterung durch dasletzte Werk des Meisters „blouvsnu oüristiunisins" womöglich nochgesteigert wurde. St. Simon begnügte sich nicht mit der neuen „Ein-richtung von Wissenschaft und Gewerbe", er wollte auch eine neueReligion gründen. Das Christentum, dessen göttliche Stiftung an-zuerkennen sei, habe sich ausgelebt, und ans seinen Trümmern müssedie neue Religion der Humanität und der Menschenliebe begründetwerden. Allerdings hatte das alte Christentum gleichfalls die Nächsten-liebe gelehrt, aber es sei im Laufe der Jahrhunderte entstellt undverändert worden; sowohl durch das Papsttum wie durch den Pro-testantismus. Die neue Religion soll ein geeintes Christentum dar-stellen, dessen positive Grundlage jenes Gebot der Menschenliebebilden mußte, welches das Prinzip der Gleichheit im socialen Lebenenthalte. Am 19. Mai 182S starb St. Simon zu PariS; „dieReligion kann nicht von der Erde verschwinden", rief er noch vorseinem Tode seinem treuesten Apostel zu. „Sie verändert sich nur.Vergesst es nicht, Rodrignes, und erinnert Euch, daß zur Verrichtunggroßer Dinge die Leidenschaft notwendig ist." .

Wie die alten Apostel begannen nun auch die Jünger des neuenChristentums predigend zu reisen. Barthelemy Prosper Enfantinund Saint-Nmand Bazard wurden nun die Führer der neuen Lehreund die „Exposition eis In äoetrins äs Lnint Lirnon" bildete dasEvangelium für die Anhänger dieses Glaubens.

Enfantin selbst gehörte einer Finanzfamilie an und war vorherals Commis in einem Bankgeschäft angestellt gewesen. Er vereinigtepraktischen Sinn und eine große Leidenschaft "in seltener Harmonie.