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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
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114
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114 Biographie.

Jahrzehnte vorher ausgesprochen und verheißen, in so glänzenderWeise zur Erfüllung gebracht hat. Während er aber in seinersubjektiven Lebensauffassung sich wenig um die Farbe des Lappenskümmerte, der am Mast seines Fahrzeuges hing, wirkte diese Flaggeauf seine Feinde etwa wie der Anblick eines roten Tuchs auf einenStier. Von allen Seiten wurde er verketzert, verfolgt und an-gefeindet, und die Erklärung, mit der er seine Berichte in dieÖffentlichkeit sandte, macht unter solchen Umständen den Eindruckvoller Überzeugung.

Nichts berechtigt zu der Vermutung, daß die dithyrambischenErgüsse, mit denen jene Erklärung schließt, nicht der vollsten Über-zeugung Heines entströmten. In den Reihen der konservativenPartei und in den Spalten der offiziösen Blätter, nicht zum min-desten in den Kabinetten der deutschen Regierungen erstand abernun Heine eine förmliche Phalanx von Gegnern und Feinden, dieihn offen und versteckt auf jede mögliche Weise angriffen. DenHauptangriff gegen Heine führte der allmächtige Metternich aus, der-selbe Metternich, der sich in den „melancholischen süßen Gewässern"der Lyrik Heines wie in einem Quell der Verjüngung badete undder nichtsdestoweniger durch seinen getreuen Schildknappen Gentz denBaron Cotta auf den schädlichen Einfluß der Korrespondenzen Heinesaufmerksam machen ließ.

Cotta verstand natürlich diesen deutlichen Wink der österreichischenStaatskanzlei sehr gut, und Heines Thätigkeit in der zuerst ein-geschlagenen Richtung fand alsbald ihr Ende. Es war damals einesehr traurige Zeit für Deutschland, in der selbst die schüchterneOpposition der Ständekammern und der zaghafte Liberalismus desRotteck-Welckerschen „Staatslexikons" verstummen mußten, geschweigedenn die Idee einer deutschen Republik, wie sie in manchen Dema-gvgenköpfen damals spukte und namentlich im Süden Deutschlandsihr Unwesen trieb. Die kühnste Demonstration dieser Partei, dasberühmte Hambacher Fest, hatte ein klägliches Ende genommen, undder Bundestag hatte wenige Wochen darauf durch seine Beschlüssevom 28. Juni und 5. Juli „zur Aufrechterhaltung der gesetzlichenOrdnung und Ruhe" die eisernen Fäden der Reaktion zu einemmächtigen Netz über ganz Deutschland zusammengezogen. Wenn nunHeine den Machthaberu in Deutschland zurief: „Den Doktor Wirthund den Siebenpfeiffer und Herrn Scharmpf und Georg Fein auSBraunschweig und Grosse, und Schüler und Savoye, man kann siefestsetzen und man wird sie festsetzen, aber ihre Gedanken bleiben freiund schweben frei wie Vögel in den Lüften", so darf es uns nichtWunder nehmen, wenn diese, ohne sein Credo abzuwarten, daß er„nicht sobald an eine deutsche Revolution und noch viel weniger aneine deutsche Republik glaube", ihn ohne weiteres auf den Index der