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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
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105
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Biographic. 105

Sommeranfenthalt; seine Arbeit wurde dort nur wenig gefördert,aber der Zauber deS Meeres ergriff und fesselte ihn von neuem.

Nach zweimonatlichein Aufenthalt mußte aber Heine dein rotenFelsen von Helgoland Lebewohl sagen und nach Hamburg zurück-kehren, nm die oft unterbrochene Arbeit an den „Nciscbildcrn" wiederenergisch in Angriff zu nehmen. Campe, der bereits seit zwei Jahrenauf das Manuskript wartete, drängte ihn, die Arbeit endlich zu be-endigen, und Heine sah sich gezwungen, den ersten Teil des Manuskriptsin die Druckerei wandern zu lassen, indes er an der andern Hälftenoch mit größter Hast arbeitete, so daß er wohl mit Recht den Scherzmachen konnte, sein Buch habe die Presse verlassen, fast noch chees geschrieben war.

Es folgten neue Kämpfe mit dem Verleger, und wie so oftschon, vermittelte Mcrckcl auch diesmal.

Daß Heine die letzten Kapitel des dritten Bandes der „Neisebilder"in fliegender Eile geschrieben, muß besonders stark betont werden, weilgerade jene letztenKapitel diePolemik gegen den Grafen Platen enthalten,die Heine vielleicht bei ruhiger Überlegung erheblich gemildert oder garaus seinem Buche ganz entfernt hätte. Selbst seinem Freunde Merckelkonnte er die Blätter nur einen Tag lassen; eine Besprechung überdas Einzelne erlaubte die Zeit nicht mehr und so erschien der dritteBand der „Reiscbilder" schon zu Anfang des Jahres 1830.

Derselbe erregte nicht geringeres Aufsehen als die beiden vorher-gehenden Bände; es regnete Verbote aus allen Staaten, Preußenvoran, und Angriffe von allen Seiten. Der Streit Heines mitPlaten artete zu einem Skandal aus. Platen hatte sich in seinemLustspiel: „Der romantische Ödipus" gegen Heine und Jmmermanneinige sehr alberne Scherze erlaubt; er hatte Heine den „Pindar vomStamme Benjamin", den „Petrarca des Lanbhüttenfcstes", „dessterblichen Geschlechtes der Menschen Nlleruuverschämtesten" genannt,dessen Küsse Knvblauchsgcruch absonderten. Wenn man behauptet,daß PlatenS Angriff gegen Heine in dem tiefen Gegensatze seinerformstrengen und idealen Natur wohl begründet war, so darf mandoch auf der andern Seite auch nicht übersehen, daß dieser Angriffzunächst ohne eine Provokation von feiten Heines erfolgte und daßer sich durchaus nicht in künstlerischen Grenzen hielt, sondern zuerstdie Polemik auf daS persönliche Gebiet hinüber spielte. Und dochhatte er selbst eingestehen müssen, daß er weder von Heine noch vonJmmermann etwas gekannt habe, als er seinen „Ödipus" schrieb,und sein intimster Freund, Graf Fngger, hatte ihn vergebens dringendgebeten, den Angriff gegen Heine zu mildern und die Scherze überdessen jüdische Abstammung auszumerzen.

Jmmermann wehrte sich gegen den Angriff Platens in seinerberühmten Broschüre: „Der im Irrgarten der Metrik umhertaumelnde