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ob ich nicht auch neben ihm den. Adler sähe, mit den Blitzen imSchnabel. Ich war nahe daran, ihn griechisch anzureden; da ich abermerkte, daß er Deutsch Perstand, so erzählte ich ihm auf deutsch,daß die Pflaumen ans dem Wege zwischen Jena und Weimar sehrgut schmeckten."
In ähnlicher anekdotischer Weise berichtet Maximilian Heine überden Besuch seines Bruders bei Goethe. Nach diesem Bericht sollGoethe Heine mit der ihm eigenen graziösen Herablassung empfangenhaben. Die Unterhaltung bewegte sich, wenn auch nicht gerade überdas Wetter, so doch ans sehr gewöhnlichem Boden; selbst über diePappelallce zwischen Jena und Weimar wurde gesprochen. Da richteteGoethe plötzlich an Heine die Frage: „Womit beschäftigen Sie sichjetzt?" Rasch antwortete der junge Dichter: „Mit einem Faust!"Und diese Antwort war durchaus nicht ironisch gemeint, indem wirja auS den Aufzeichnungen Eduard WedekindS nun wissen, daß Heinesich damals in der That mit einer Faust-Idee trug. Goethe aber,dessen zweiter Teil des „Faust" damals noch nicht erschienen war,stutzte ein wenig und fragte dann in spitzem Tone: „Haben Sieweiter keine Geschäfte in Weimar, Herr Heine?" „Mit meinem Fußeüber die Schwelle Ew. Excellenz sind alle meine Geschäfte in Weimarbeendet", erwiderte Heine und empfahl sich.
In dem erst kürzlich veröffentlichen Brief Heines an Goethespricht er aber eine ganz andere Sprache. Er will dem Dichterfürsten„nur die Hand küssen und wieder fortgehen". Er beruft sich darauf,daß er ihm vor drei Jahren seine Gedichte zugeschickt und daß ihndas Verlangen ergriffen habe, „zur Verehrung Goethes nach Weimarzu pilgern".
In ernsten Stunden erkannte er auch schon damals die welt-umfassende Bedeutung Goethes an, und es ist aus den Aufzeich-nungen Eduard Wedekinds bekannt, daß Heine bei einer gelegentlichenKontroverse ihn „den Stolz der deutschen Litteratur" genannt hat.Von welchem weittragenden Einflüsse Goethes Schöpfungen auf Heinegewesen sind, ist ja kaum zu ermessen; und mit Recht ist es hervor-gehoben worden, wie Goethe in dem „Westöstlichcn Divan" eine neuePhase der Prvsodie eröffnet, „welche sich von den antiken Metrenabwendend zu neuen Freiheiten aufschwingt", und wie er hierin denTon angeschlagen, in dem alle jüngeren Dichter jener Periode, vorallem aber Heine, gedichtet haben, und wie dieser Ton gerade inden Schöpfungen des jungen Poeten, die in jene Zeit fallen, ammeisten wiederklinge. —
Heine mußte jedoch nun allen Ernstes an das juristische Examendenken. Am 16. April 1825 sandte er an Professor Hugo, den der-zeitigen Dekan der juristischen Fakultät, die sogenannte iitsra psti-toriu, in der er um Zulassung zur Promotion bat. In Hugo