stabens möchte ich anbei eine kleine Probe geben, die ich aus verschieden deutschenSchriftstücken zusammengestellt habe:
c? "^7 I? ?-«? /?>^> ^7
Jeder der dargestellten Buchstaben ist ein „G", wir werden aber kaum einendavon dafür halten. Die einzige Methode, den Buchstaben richtig zu erkennen,ist die schon früher angegebene, unzweifelhaft richtig gelesene Stellen, in denender fragliche Buchstabe vorkommt, zum Vergleich heranzuziehen.
Die am häufigsten vorkommenden Abkürzungen lateinischer und einigerdeutscher Worte finden sich in Fr. Wecken, Taschenbuch für Familiengeschichts-forschung, 3. Auflage, S. 146—149. — Es muß nur hier besonders daraufaufmerksam gemacht werden, daß auch in Familien- und Vornamen ab und zuKürzungen vorkommen. Bei latinisierten Namen wird die ähnlich einer „9"geschriebene Endung —„us" von Laien häufig als „g" gelesen. Es sind aufdiese Weise sogar schon neue Familiennamen entstanden, da Pfarrer im 19. Jahr-hundert für das Standesamt maßgebende Scheine falsch ausstellten, da sie dieEndsilbe —„us" für ein „g" lasen, z. V. Moebig statt Moebius. Bekannt sindden älteren Geistlichen wohl noch die früher häufig vorkommenden KürzungenXtian und Xtoph für Christian und Christoph. — In Familiennamen, die mitZahlen zusammengesetzt sind, finden sich in den Quellen manchmal ebenfallsKürzungen, die zu Lesefehlern führen können. So fand ich in Kirchenbüchernz. B. 1666psund und NW für den Namen Tausendpfund, 7Käs für Siebenkäs,166 oße und C oße für Hundertoße usw. — Ferner fand ich als FamiliennamenXburg für Creutzburg, was aber nach dem Vorerwähnten übrigens auch Christburgheißen könnte.
Heber Münzbezeichnungen, Zahlen und Brüche, sowie über die Abkürzungender Monatsnamen September—Dezember finden sich Angaben in Fr. Wecken,Taschenbuch für Familiengeschichtsforschung, 3. Aufl., S. 149—156.
Ratschläge zur Lesbarmachung alter verblichener Schriften enthält das „Archivfür Stamm- und Wappenkunde", Jahrg. IV., Nr. 11, doch möchte ich denAnfänger davor warnen, ohne Hilfe eines erfahrenen Mannes Handschriftenlesbar zu machen, namentlich wenn sie ihm nicht gehören, weil leicht etwasdadurch verdorben werden kann und somit zwar die Schrift für kurze Zeitlesbar wird, aber der Nachwelt nicht erhalten bleibt.
29