Das Archiv des Hauses Stubenberg.
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Das Archiv hatte sonach im XVI. Jahrhundert schoneine große Anzahl von Laden, in denen je eine zusammen-hängende Reihe von Schriftstücken untergebracht war. Wirfinden in einem dem ausgehenden XVII. oder beginnendenXVIII. Jahrhundert angeliörigen Verzeichnisse „ Specificationderen aus dem Archiv zu Oberkapfenberg überschickten altenSchriften“ erwähnt ein Lädl Nr. 159: Nr. 159 Thaill Briefumb das Geschlos Stubegg.
In dieser Spezifikation ist auch vermerkt, daß die ein-zelnen „Lädl“ ihre Rubriken haben: Untern Lädl sub Nr. 7mit der Rubrik „allerley Stubenbergische Erbschaftsverträgund Sprichbrieff“ .... Hier befanden sich also alle Erb-schaftsverträge des Hauses Stubenberg.
Im „Lädl“ Nr. 8 unter der Rubrik: „alt StubenbergischeVennächt-, Schatz-, Schuldt-, Verzicht-, Meid-und Wider-falilbrief. . . .“
Im „Lädl“ Nr. 11 . . . unter der Rubrik: „alt Stubenbergergerhabschaft und kais. Raittung . . .“
Im „Lädl“ Nr. 6 unter der Rubrik: „alt Stubenberger Erb-einigung, 1. f. Confirmation, Geschäft-, Vermächtbrief undTestament . . . .“
Nr. 13 unter der Rubrik: „guter alter Stubenberger Kauf-brief . . . .“
Nr. 52 unter der Rubrik: „Geschloß Nechlheimb und Ober-Lorenzen . . .
Vergleichen wir aber diese Angaben mit den am Rubrumder einzelnen Aktenstücke stehenden Vermerken, so findenwir doch sehr bedeutende Unterschiede. Das „Lädl“ 52 sollnach obigen Vermerken Sachen über das Schloß Nechelheimund über Ober-Lorenzen enthalten. Auf Umschlägen an ein-zelnen Aktenstücken finden wir im Lädl 52 einen HeiratsbriefFrl. Susannens von Lenghaimb, also ein Stück, das mannach dem obigen im Lädl Nr. 8 suchen würde. Das Lädl 52enthält auch einen Prozeß der Anna Crescentia Herrin vonStubenberg contra Friedrich Türndl oder einen Landgerichts-grenzenstreit, oder einen Kaufkontrakt wegen eines erbautenStadls nächst dem Paulustor.
Man sieht, daß die Materien in den verschiedenen Ladenall die Jahrhunderte hindurch nicht die gleichen waren, daßoffenbar starke Veränderungen stattfanden.