Druckschrift 
[Hauptbd.] (1906)
Entstehung
Seite
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Das Archiv des Hauses Stubenberg.

B

wieder, als ich daran ging, die von Pratobevera mitgeteiltenNummern mit dem im Archiv vorhandenen Material zu ver-gleichen und für Zwecke meiner Forschungen einen neuenStammbaum des Hauses Stubenberg anzufertigen, da sich derauf den von Beck-Widmannstetterschen Studien beruhendeStammbaum als durch und durch fehlerhaft herausstellte.Als ich dann meine Sammlung von Akten und Korrespon-denzen zur Geschichte der Gegenreformation fertigstellte,stieß ich des weiteren auf höchst wichtige Korrespondenzenin kirchlichen Fragen, bei denen ich auf den ersten Blickhin ersah, daß auch sie aus den Aktenbeständen des HausesStubenberg stammen, sich jetzt aber nicht mehr dort sondernunter den sogenannten Protestantenakten befinden, und indemich endlich das Handschriftenverzeichnis des Landesarchiveseiner Durchsicht auf Stubenbergiana hin unterzog, ergabsich, daß auch eine Anzahl von Handschriften Stubenberg-scher Herkunft war; und so wird man auch in anderenAktenbeständen des jetzigen Landesarchivs Nummern genuglinden, die aus dem Oberkapfenberger Archive stammen. Miteinem Worte: das alte Stubenbergsche Archiv war zerrissenund was ich als solches gesehen hatte, nur mehr ein Restdes Ganzen. Ob ein großer oder ein kleiner, das zu ent-scheiden war ich nicht in der Lage. Da ich nun einmal mitden Ordnungsarbeiten begonnen hatte, fuhr ich darin fort.Leider war auch in dem verbliebenen Rest allem Anscheinenach eine auf die Aufteilung des Ganzen abzielende „Ver-ordnung“ gemacht, d. h. es waren zahlreiche zusammen-hängende Materien, wie z. B. Prozeßakten u. a. aufgelöst,und einzelne Stücke anderswohin verteilt worden. Langsamkamen bekannte Materialien an den Tag, so vor allem dieinteressanten Korrespondenzen, aber auch eine große Masseunbekannten Quellenstoffes, wie der über den großen Neu-städter Besitz in Böhmen und die Art, wie er in dem böhmi-schen Aufstand von 1620 dem Hause verloren gegangen ist.

Ich ging nun daran, auch einzelnes von den aufgeteiltenMaterien aufzusuchen, um wenigstens in meinem Berichtehierüber Mitteilung machen zu können; und als ich durchdie Güte des Herrn Grafen Karl von Stubenberg außer an-deren höchst wertvollen Archivalien auch noch ein Übergabs-protokoll des an die Landschaft gekommenen Materials vomSchlosse Wieden erhielt, das nicht weniger als 1067 Num-mern auswies, wobei manche Nummer wieder zahlreiche Stückein sich schloß, da glaubte ich in der Kenntnis dessen, was