') Catherine Gabrielli, geb. zu Rom 1730. Einer Nach-richt über ihr Leben im Brockhausischcn Convcrsationslerikonzufolge, soll sie sich nie haben entschließen können, nach Englandzu gehen.
ein einzigesmal gesehen, aber nicht ans den Kniecn, sondernals Lady Macbeth. Die Scene, wo sie im weißen, dünnenGewand, nachtwandelnd einhcrtritt, und das Königsblnt, vondem sie träumt, von ihren Händen wischt, schwebt mir nochimmer vor, ob sie gleich gar nicht in Shakcspeare's Geist spielte,und bei so viel Güte in den Mienen und der Stimme kaumkonnte. Ich glaubte eine Heilige zu sehen, die sich die schwereBuße auflegt, ein Paar Minuten die Gebcrden eines Teufelsnachzumachen.
Nun, mein Freund, will ich einmal mit Ihnen auf einPaar Augenblicke zur Abwechselung, die Welt in einer Nuß,Drurylane und Eoventgarden, verlassen, und zu der Nuß imFlittergold einer Welt, der italienischen Oper im Hay Market,herab — nicht wahr? herabsteigen. Ich habe die vergötterteGabrielli') gesehen und gehört, und hätte sie sprechen kön-nen, wenn ich gewollt hätte; es ist mir einigemal angetragen,und sogar verdacht worden, daß ich es nicht gethan habe. Siekennen sie gewiß aus Brydone'ö Reisen, aus denen ich sie schonin Güttingen kennen gelernt hatte. Ich hatte, nach jenerBeschreibung, ein fast größeres Verlangen, sie zu hören, alsGarricken. Sie war lange mit mir in demselben London, ehe