259
Portrait von ihr, das nach Reinalds von Elisabeth Jud-kins in schwarzer Kunst vortrefflich gearbeitet worden ist. Einwahrhaftes Muster einer leichten Stellung, und natürlichenOrdnung der Hände, vcrmuthlich von dieser leichten Here selbstangegeben. Es sollte billig von manchen deutschen Portraitma-lern studirt werden, deren Favoritstellung der Hände noch immervon der Lage der Flügel an einem gebratenen Huhn geborgtzu sein scheint. Ich besitze es, und es wird vermuthlich auchin meiner kleinen Portraitsammlung haften, die sonst, wie Siewissen, eben so, nur in flüchtiger» Generationen, kommt undgeht, wie die schnöden Sterblichen, deren Abbildungen sie ent-hält. Doch ich breche, meinem Versprechen gemäß, hier ab,werde aber dieser merkwürdigen Dame doch noch einmal aneiner Stelle meines Briefes Erwähnung thun, wo Sic es schwer-lich vcrmuthen.
In Coventgarden ist noch Mrs. Hartley merkwürdig.Ihr großer Ruhm gründet sich minder auf ihre Kunst, als ihrean hohes Ideal grenzende Form. Die londonschcn Macaronihaben ihr den Namen mediceische Venus gegeben. Sehr arm-selig, wie mich dünkt; sie ist nichts weniger, als ein niedlicheswinziges Venussigürchen, sondern, wenn sie eine Tochter Ju-piters ist, so ist gewiß Juno ihre Mutter. JnMason's') El-frida hat sie eine Rolle, worin sie knicet, und da läuft Lon-don zusammen, Mrs. Hartley kniccn zu sehen. Ich habe sie
') William Mason, geb. 172S, gest. 1737.
.17'