Kunst im Trauerspiel hervorbringt, läßt sich immer, dünkt mich,leichter in Worte fassen, als was die unerschöpfliche Natur imerster» sowohl thut, als bemerkt. Ich kann eine solche Sccne,worin die beiden Lieblinge eines crlcnchtctcn Volks sich bemü-hen, zu ihrem längst gegründeten Ruhm, ohne Übertreibung indem Zanm der geübtesten Vernunft, etwas hinzu zu thuu, nichtbeschreiben. Alles, was ich thuu kann, ist, einer Einbildungs-kraft, deren Wirkungskreis mir unbekannt ist, auf Gerathcwohleinige Winke zu geben, sich selbst etwas Ähnluhes zu schaffen.
Gar rick macht den Archer, einen Herrn von Stande,der sich aus leicht zu errathcndcn Ursachen in einen Bediente»verkleidet hat, und der arme Weston den Scrub, einen Ans-warter in einem armseligen Wirthshause, worin jener einkehrt,und wo mau alle Bedürfnisse des Magens und Ergötzlichkcitendes Gaumens immer gestern hatte, und morgen wieder habenwird, aber niemals jetzt hat. Garrick hat himmelblaue Livree,mtt funkelndem Silber reich besetzt, einen blendenden Bvrrcnhutmit einer rothcn Feder, spielt ein Paar weiße, glänzende sei-dene Waden, und ein Paar Schnalle», die nicht besser sein kön-nen, und ist ein entzückender Kerl. Und Weston, den dieschwere Last einer schmierigen Aufwartung unter zehn verschiede-nen Rubriken drückt, der arme Teufel, erscheint ihm gegenüberin einer traurigen abgeregneten Perücke und einem grauen Ka-misol, das vor etwa dreißig Jahren für einen glücklichern Bauchgeschnitten sein mochte, mit rothcn wollenen Strümpfen undeiner grünen Schürze. Er geräth in eine Art von andächtigem