Druckschrift 
3 (1844)
Entstehung
Seite
208
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und geläutert. Ich habe nachher nichts wieder davon gehört.Wenn es an dem ist, so gebe der Himmel, daß der Mann einLcssing ist, aber die sind leider! hier so selten als in Deutsch-land. Er sollte noch jung sein, und das macht mir bange, dennauch hier wimmelt es so gut, als in Deutschland, von jungengcniesüchtigcn Originalköpfcn, wie sie sich nennen, die ihr halbAusgedachtes halb gesagt bei jeder Gelegenheit darbieten, ihrenjungen schwärmerischen Anbetern zum Wonnegefühl, allein demeigentlichen Denker, dem ihr Schwall von Gvtterprose nicht einKörnchen Nahrung zuführt, zum Abscheu. Nun naher zurSache.

Hr. Garrick hat in seiner ganzen Figur, Bewegung undAnstand etwas, das ich unter den wenigen Franzosen, die ichgesehen habe, ein Paarmal wenigstens zum Theil, und unterden vielen Engländern, die mir vorgekommen sind, gar nie wie-der angetroffen habe. Ich meine hier Franzosen, die wenigstensüber die Milte des Lebens hinaus sind; aus der guten Gesell-schaft, das versteht sich wohl. Wenn er sich z. E. mit einerVerbeugung gegen jemanden wendet, so sind, nicht der Kopfallein, nicht die Schultern, nicht die Füße und Arme allein be-schäftigt, sondern jedes gibt dazu einen gemäßigten Anthcil indem gefälligsten und den Umständen angemessensten Verhältnißher. Wenn er, auch ohne Furcht, Hoffnung, Mißtrauen oderirgend einen Affcct hinter den Sccncn hervortritt, so möchte mangleich nur ihn allein ansehen; er geht und bewegt sich unterden übrigen Schauspielern, wie der Mensch unter Marionetten.