III
die Füße in laulichtcs Regenwasscr; hatte der Schlag jeman-den auf der rechten Seite gelähmt, so öffneten sie eine Aderauf der linken; hatte jemand die Krätze auswendig auf derHaut, so schmierten sie den Patienten nicht auswendig, sonderninwendig; saß endlich die Seele jemanden auf der Zunge, gut,so legten sie Blasenpflaster auf die Waden. Ja, Einige gingenso weit, daß sie glaubten, unheilbare Krankheiten könnten ihrenSitz nur in solchen Thcilcn des Leibes haben, die keine entge-gengesetzten hätten, und daß der Tod diejenige Krankheit sei,die den Ärzten seit jeher am meisten zu schaffen gemacht, rühreeinzig und allein daher, daß er alle Theile auf einmal so an-greife, daß gar keine entgegengesetzten mehr übrig blieben. Die-ses war auch die Zeit, da man, wenn die Frau in Kindesnö-then war, den Mann in einen Topf blasen ließ, oder daß sichder letztere gar in das Bette legte, wenn die erstere durch eineNiederkunft geschwächt worden war. Nun war nur noch einkleiner Schritt zu thun, so leicht, daß, sobald er gethan war,jedermann gleich sah, daß er ihn auch Hütte thun können. Derihn aber gethan hat, ist vergessen, so wie es allen den>enigenbrave» Männern geht, die ihre Entdeckungen auf der geradenHeerstraße, und nicht auf absichtslos angestellten Streifcreicn,und von ungefähr machen. Der Schritt war folgender: DieSeele ist ein dem Körper gerade entgegengesetzter Thcil des Men-schen, wie also, wenn man alle Krankheiten, namentlich die,deren Sitz in der Fläche liegt, durch welche der Mensch in zweigleiche und ähnliche Hälften gctheilt wird, durch eine auf die