Druckschrift 
3 (1844)
Entstehung
Seite
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Denkmal unseres Erblaßten ausrufen: Hier war mehr als Jun-ker. Bielleicht wäre unser Freund dom Gläserhandel noch aufdas Gläscrmachen und von da auf das Silbermachen, so wiesein Wetter gestiegen, wenn nicht ein trauriger Zufall, der seinemKörper begegnete, seinen Scelcnkräften eine ganz andere Rich-tung gegeben hätte. Diesen Zufall kann ich Ihnen unmöglichverschweigen, denn was kann wichtiger sein als ein Umstand,der Leib und Seele zugleich ändert? Unser Kunkel war einervon den Glashändlern, die ihre Waare in einem Korbe aneinem Riemen vor stch hcrtragen. Ich muß gestehen, daß mirdiese Art mit Glas zu handeln allzeit seltsam vorgekommen ist.Einen großen Theil seiner zeitlichen Güter an einem Riemen,der an den Korb, in welchem sie sind, nur allzeit schwach befe-stigt werden kann, so zu tragen, daß sie dasjenige, was zu ihrerErhaltung billig doch zu sehen sehr nöthig ist, die Füße, demAuge ganz verdecken, ist in der That etwas, das der Betrachtungeines aufmerksamen Menschen unmöglich gleichgültig sein kann,wenn er es auch nur so ganz schlechtweg ansteht. Aber wenn erzugleich typischen Witz liebt, so findet er hier reichen Stoff zu Be-trachtungen über Glück und Leben, Vorsicht und Vergänglichkeit.Etwas, das leicht zerbrechen kann, an einem schwachen Riemen hängt,das auch noch fallen kann, ohne daß der Riemen bricht, an denman nur allein gedacht hat, Augen, die allzeit in die Ferne sehenund das Nahe nicht sehen können und wollen zc., wie reiche Ma-terie ! die ich aber nun nicht verarbeiten will und in einer solchenVersammlung auch nicht zu verarbeiten nöthig habe. Kunkel