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Jrrthum Sitz und Stimme nehmen kann. Es ist diese Majo-rennität an kein Alter gebunden, wie schon aus der einzigenErfahrung erhellt, daß sie bei vielen Menschen niemals eintritt.Die Bemühung, selbst zu beobachten, kann uns nicht frühgenng beschäftigen; aber doch wünschte ich, daß man selbst dar-auf verfiele. Denn ich glaube immer, logische Vorschriften zunutzen, ist von Anfang schwerer, als sich selbst die ersten wenig-stens durch Zweifeln zu finden, und sie werden mir alsdann,und alsdann auch gewiß mit Vortheil studirt, wenn man siemehr liest, um seinen eigenen Fond daraus zu bereichern, alsein Capital daraus anzulegen. Aus jeder Wissenschaft, die manstudirt, sollte man vorher schon etwas auf die Art gelernt haben,die man dem eigentlichen Studiren immer entgegen setzt, durcheigene Erfahrung. Ich bin überzeugt, dieses war der Weg dergrößten Geister. Allen künstlichen Fertigkeiten, und allen Wis-senschaften entsprechen gewisse natürliche; diese müssen uns erstbekannt gemacht, bestimmt und so stufenweise erhöht werden,daß der Übergang aus dem eigenen Borrath ins Buch kaummerklich ist, denn ich nehme hier an, daß die wenigsten Büchersich bis zu einem solchen Unterricht erniedrigen und sich erniedrigenkönnen, ohne in das verdrießliche Abzehrende zu verfallen. Eserfordert schon Standhaftigkeit, Sachen zu lesen, die man miteben so viel Zeit oder etwas mehrerer Zeit, aber mehr Vergnü-gen, selbst finden könnte; allein Dinge zu lesen, die man leich-ter selbst herausbringt, ist in allem Betracht eine Kasteiungder Seele, die mancher guter Tropf von einem Studenten, wie